Die Medizinredaktion war für Sie auf dem DGIM-Kongress 2026 vor Ort. Wir haben Referentinnen und Referenten abseits der Podien gebeten, uns eine zentrale Frage zu beantworten: „Wo hilft Ihnen KI im Alltag am meisten?“
Die Antworten im Video zeigen ein differenziertes Bild: Für viele Befragte liegt der größte Nutzen aktuell noch bei administrativen Tätigkeiten und der Informationsbeschaffung. Tools zur Spracherkennung beim Schreiben von Arztbriefen, schnelle Textzusammenfassungen und die KI-gestützte Literaturrecherche helfen spürbar dabei, die bürokratische Last abzufedern und leitliniengerecht "Up to Date" zu bleiben. Der große Wunsch vieler Ärztinnen und Ärzte: KI-Supportstrukturen müssen – gerade auch an Universitätskliniken – dringend ausgebaut werden, um wieder mehr Zeit für die eigentlichen Kernkompetenzen und die Patienten zu gewinnen.
In spezialisierten Fachbereichen greift die Technik bereits weiter: In der Diabetologie oder Onkologie unterstützen Machine-Learning-Algorithmen schon heute sehr erfolgreich bei Prädiktionsmodellen oder der schnellen Erkennung von Tumorprogress.
Die klaren Grenzen zeigen sich momentan noch bei der komplexen klinischen Entscheidungsfindung, die noch viel wissenschaftlicher Aufbereitung bedarf. Auch datenschutzrechtliche Hürden – etwa bei der direkten Eingabe von Patientendaten zur Therapieoptimierung – bremsen den Alltagseinsatz noch aus. Das Fazit der Kolleginnen und Kollegen auf dem DGIM ist dennoch eindeutig: An der KI führt in der Medizin kein Weg mehr vorbei.