CBF-SPECT: Nach wie vor klinisch relevant
CBF-SPECT steht für Cerebral Blood Flow-Single Photon Emission Computer Tomography. Diese Methode ist seit den 1970er Jahren etabliert für die nicht-invasive, üblicherweise semi-quantitative Bestimmung der regionalen zerebralen Perfusion. Sie erlaubt sowohl die Detektion als auch die Differenzierung von Erkrankungen mit primären oder sekundären CBF-Veränderungen.
Zwar hat die CBF-SPECT über die Zeit an Bedeutung verloren, da zunehmend alternative Untersuchungsmethoden verfügbar sind, wie etwa CT, MRT oder PET. Dennoch ist sie für ausgewählte Anwendungen noch klinisch hoch relevant. Laut Leitlinie gilt die [15O]Wasser-PET allgemein als Goldstandard für die CBF-Messung. Zu den Hauptindikationen zählen:
- Epilepsie: Die Leitlinie empfiehlt die iktale SPECT insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit pharmakoresistenter Epilepsie zur prächirurgischen Lateralisierung und Lokalisation der Anfallsursprungszone, wenn die Basisdiagnostik mittels MRT und EEG keine eindeutigen Ergebnisse liefert.
- Demenzen: Bei klinisch unklaren kognitiven Einschränkungen dient die SPECT der ätiologischen Zuordnung. Die aktuelle S3-Leitlinie „Demenzen“ stuft sie als Alternative zur [18F]FDG-PET ein, falls letztere nicht verfügbar ist, da die PET eine höhere Sensitivität bei neurodegenerativen Demenz-Erkrankungen aufweist.
- zerebrovaskuläre Erkrankungen: Die Untersuchung ist indiziert zur Diagnose und Bewertung zerebrovaskulärer Erkrankungen, insbesondere durch Bestimmung der zerebrovaskulären Perfusionsreserve, wenn eine [15O]Wasser-PET nicht zur Verfügung steht.
- Hirntoddiagnostik: Die Methode dient als unterstützende Maßnahme zur Feststellung eines irreversiblen Hirnfunktionsausfalls.1
Zwei Radiopharmaka verfügbar
Für die Untersuchung stehen zwei 99mTc-markierte Radiopharmaka zur Verfügung: Hexamethylpropylenaminoxim ([99mTc]Tc-HMPAO) und Ethylcystein-Dimer ([99mTc]Tc-ECD). Beide Substanzen gelangen per passiver Diffusion ins Gehirn. Die typische Aktivitätsdosis für Erwachsene liegt bei 740 MBq.
Unterschiede zwischen den beiden Substanzen bestehen unter anderem im Kontrast und in der Hintergrundaktivität: [99mTc]Tc-ECD zeigt meist eine geringere extrazerebrale Hintergrundaktivität und einen höheren Kontrast zwischen grauer und weißer Substanz sowie zwischen hypoperfundierten Arealen und gesundem Gewebe. Die Akquisition der Bilder erfolgt idealerweise im Zeitfenster von 30 bis 90 Minuten nach der intravenösen Injektion.1
Auszüge der Empfehlungen zur Durchführung und Auswertung
Die Leitlinie definiert präzise Standards für den Untersuchungsablauf: Vorbereitend sollten Patientinnen und Patienten auf Substanzen mit Einfluss auf den CBF (Koffein, Alkohol, Nikotin) am Untersuchungstag vor der Untersuchung verzichten. Der Patient oder die Patientin ist zudem auf eine Art und Weise über den Untersuchungsablauf zu informieren, dass mit ihm oder ihr von 10 Minuten vor bis 5 Minuten nach der Injektion des Radiopharmakons keine Interaktion mehr erforderlich ist.
Akquisition und Rekonstruktion
Der Einsatz von Einkopfkameras ist nicht empfohlen. Vielmehr sollen 3D CZT-Systeme, dedizierte Hirn-SPECT Systeme oder konventionelle Mehrkopfkameras mit speziellen Hirn-SPECT Kollimatoren (LEHR) eingesetzt werden. Zur Bildverbesserung sollten iterative Rekonstruktionsverfahren (z. B. OSEM) der gefilterten Rückprojektion vorgezogen werden. Eine CT-basierte oder rechnerische Absorptionskorrektur zur Kompensation der Photonenabsorption im Schädel wird empfohlen.
Semiquantitative und statistische Auswertung
Die Nutzung VOI- und/oder voxelbasierter statistischer Auswertungsverfahren wird zur Unterstützung der visuellen Beurteilung empfohlen – sie ersetzen diese jedoch nicht. Die Ergebnisse semi-quantitativer und statistischer Auswertungen müssen visuell anhand der SPECT-Bilder auf Plausibilität geprüft werden.
Bei der Befundung müssen u. a. Faktoren wie das Alter des Patienten oder der Patientin (altersbedingte relative Reduktion der Aktivitätskonzentration, v. a. im Frontallappen, N. caudatus und perisylvisch) berücksichtigt werden. Desweiteren zu berücksichtigen sind beispielsweise vaskuläre/strukturelle Läsionen, Atrophie, und mögliche Diaschisis-Effekte. Eine Zusammenschau mit aktueller struktureller Bildgebung (MRT/CT) ist obligat.1
Dieser Artikel wurde mit der Unterstützung von KI erstellt und anschließend redaktionell geprüft.