Sepsis: Falsche Klinik, fatale Folgen – und wie KI jetzt Leben retten soll

Sepsis ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland – oft, weil die unspezifischen Symptome zu spät erkannt werden. Künstliche Intelligenz könnte das bald ändern. Erfahren Sie, wie zwei vielversprechende KI-Projekte bei der Diagnose helfen können und warum Experten bessere Strukturen für die Klinikzuweisung und Nachsorge von „Sepsis Survivors“ fordern.

28.09.2026Lesedauer: ca. 5 MinutenRedaktion: Marina Urbanietz
Neue Kriterien für Sepsis im Kindesalter definiert

Eine Sepsis kündigt sich oft durch unspezifische Symptome wie Schüttelfrost, Abgeschlagenheit oder Fieber an.

© Mykola Sosiukin | Dreamstime.com

Patienten werden oft in die falsche Klinik gebracht

Im internationalen Vergleich, etwa mit skandinavischen Ländern oder der Schweiz, weisen deutsche Kliniken laut der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) eine ausbaufähige Überlebensrate auf. Prof. Dr. med. Jens Werner, Präsident der DGCH, führt diese Diskrepanz auf die fehlende Zentralisierung hierzulande zurück. Während in Skandinavien Notfälle in gut ausgestattete, spezialisierte Krankenhäuser gebracht werden, gibt es in Deutschland zu viele kleine Kliniken, denen es oft an einer 24-Stunden-Intensivstation, einer eigenen Mikrobiologie oder einem Computertomografen mangelt. „Sie bringen Patienten (...) einfach an den falschen Ort“, kritisiert Werner und vergleicht die Problematik der Sepsis-Versorgung mit der von Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Zwar müssten Patientinnen und Patienten in zentralisierten Systemen wie in Dänemark längere Anfahrtswege in Kauf nehmen, dafür würden sie aber an der richtigen Stelle versorgt.

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