Geschlechtsspezifische Risiken
Geschlechterunterschiede bei Augenkrankheiten
Frauen verlieren häufiger ihr Augenlicht, Männer erkranken häufiger an Rot-Grün-Farbsinnstörung und beide Geschlechter reagieren unterschiedlich auf Therapie- und Vorsorgeangebote. Warum die Augenheilkunde geschlechterspezifische Unterschiede stärker in den Blick nehmen sollte.
16.09.2026Lesedauer: ca. 3 MinutenQuelle: DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.

Von Trockenem Auge bis Augenverletzungen: das biologische Geschlecht, aber auch Geschlechterrollen prägen Augenkrankheiten (Symbolbild).
© Getty Images | PeopleImages
Biologische, aber auch soziale Geschlechterunterschiede beeinflussen das Risiko für Augenerkrankungen, den Zeitpunkt der Diagnosestellung und sogar den Erfolg von Behandlungen. Doch viele dieser Faktoren finden in Forschung und Versorgung noch zu wenig Beachtung. Anlässlich des bevorstehenden 124. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) rückt das Thema in den Fokus.
Weltweit leben rund 50 Millionen Menschen mit Blindheit, davon stellen Frauen mit etwa 65 Prozent zwei Drittel der Betroffenen. Zudem tragen Frauen ein deutlich höheres Risiko für Sehbehinderungen. „Diese Zahlen werden häufig allein mit der höheren Lebenserwartung von Frauen erklärt, was jedoch zu kurz greift“, sagt Professorin Dr. med. Viktoria Constanze Brücher von der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Münster. „Sowohl biologische Unterschiede als auch soziale und geschlechterkulturelle Faktoren tragen dazu bei, dass Frauen und Männer andere Risiken für Augenkrankheiten haben“, ergänzt Professorin Dr. med. Anna-Karina Maier-Wenzel von der Klinik für Augenheilkunde an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die beiden DOG-Expertinnen gehören dem DOG-Arbeitskreis Frauen in der Ophthalmologie an.
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