Neues zur mCRC-Früherkennung berichteten Yoshiaki Nakamura et al. Basierend auf CRC-spezifischen, epigenetischen Markern entwickelten die Autoren einen minimalinvasiven Bluttest, der Veränderungen in der zellfreien (cf)DNA bereits in frühen CRC-Stadien und bei asymptomatischer Erkrankung detektieren kann. Der Test detektiert aberrante DNA-Methylierungsmuster. Die Genauigkeit des Tests wurde in 2 Kohorten belegt:1
Kohorte A (305 Kontrollpersonen, 127 CRC-Erkrankte):1
- Der Test zeigte eine 95 % Gesamt-Sensitivität (95 %-KI: 92-99 %) und 91 % Spezifität (95 %-KI: 88-94 %).
- Die Gesamt-Sensitivität angepasst an das mCRC-Stadium betrug 95 %. Für das Stadium I lag die Sensitivität bei 92 %. Die im Screening festgestellte Sensitivität, angepasst an das Stadium, betrug 91 %.
- Bei MSI-H-Tumoren war die Sensitivität 100 %, bei MSS-Tumoren 95 %.
Kohorte B (90 Kontrollpersonen, 41 CRC-Erkrankte):1
- Die Gesamt-Sensitivität betrug 97 % (95 %-KI: 86-100 %) und die Spezifität 91 % (95 %-KI: 76-100 %).
- Die Sensitivität im Stadium I lag bei 87 %.
Laut den Forschenden könnte der Test nicht nur die Adhärenzraten für das CRC-Screening, sondern auch das Patienten-Outcome verbessern.1
T-DXd beim HER2+ mCRC: Die finalen Daten sind da
Die finale Analyse der randomisierten, multizentrischen Phase-II-Studie DESTINY-CRC02 bei Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem metastasiertem kolorektalem Karzinom (HER2+ mCRC) zu Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd) stellte Kanwal Raghav (NCT04744831, 737MO) vor.2
Die Auswertung untersuchte Wirksamkeit und Sicherheit von alle 3 Wochen appliziertem T-DXd beim vorbehandelten HER2-positivem RAS-WT oder RAS-mutierten mCRC und bestätigte die Daten der Primäranalyse (5,4-mg/kg- und 6,4-mg/kg-Gruppe, n=82 und n=40). Im Vergleich hierzu wurde der mediane Nachbeobachtungszeitraum um 5,3 Monate (5,4-mg/kg T-DXd) bzw. 2,4 Monate (6,4-mg/kg T-DXd) verlängert.2
Die finale Analyse mit längerer Nachbeobachtungszeit zeigte folgende Ergebnisse: 2
- Die bestätigte objektive Ansprechrate (cORR, primärer Studienendpunkt) blieb mit 37,8 % (95 %-KI: 27,3-49,2 %) (5,4-mg/kg-Gruppe) bzw. 27,5 % (95 %-KI: 14,6-43,9 %) (6,4-mg/kg-Gruppe) entsprechend der Primäranalyse bestehen.
- Das mediane OS betrug 15,9 (5,4 mg/kg) und 19,7 Monate (6,4 mg/kg) vs. 13,4 (5,4 mg/kg) in der Primäranalyse.
- Eine arzneimittelbedingte interstitielle Lungenerkrankung (ILD) trat bei 9,6 % (5,4-mg/kg-Gruppe) bzw.17,9 % (6,4-mg/kg-Gruppe) der mCRC-Erkrankten auf.
Panitumumab: Stop & Go-Strategie überzeugt
Die Therapie mit Anti-EGFR-Antikörpern hat sich beim RAS/BRAF-WT-mCRC bewährt, jedoch können laut Jean-Baptiste Bachet et al. bei längerer Therapiedauer Haut- und Nageltoxizitäten sowie Resistenzen auftreten, die oft das Fortführen der Therapie unmöglich machen.
Die mITT-Population umfasste 115 Patienten mit RAS/BRAF-WT mCRC. 83,5 % durchliefen mind. eine Erhaltungstherapie (LV5FU2 83 %, Capecitabin 17 %). 22 %, 30 % und 12 % der Patientinnen und Patienten hatten je 2, 3 bzw. 3 Re-Introduktionschleifen. 69,6 % erhielten eine Zweitlinientherapie. Das mOS darunter betrug 36,1 Monate (95 %-KI: 27,5–39,9).3