Checkpoint-Inhibitoren bei Brustkrebs – wie lange einsetzen?
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Im Rahmen der “Young Oncologists”-Falldiskussionen auf dem ESMO-Kongress 2025, präsentierte Dr. Marleen Kok, Amsterdam, diesen Fallbericht und diskutierte mit den Anwesenden.1
Diagnose, Therapie und klinische Studie
Im Jahr 2017 wurde bei der Patientin die Diagnose TNBC (T4N3, Östrogenrezeptor 5%, HER2 negativ) gestellt. Die Therapie begann mit einer neoadjuvanten dosisdichten Doxorubicin und Cyclophosphamid-Behandlung (4 Zyklen) und einer Carboplatin-Paclitaxel-Chemotherapie (4 Zyklen).
Nach der Chemotherapie wurde der Tumor (ypT1aN1) adjuvant bestrahlt (Brust und supraklavikuläre Region). Eine adjuvante Therapie mit Capecitabin erfolgte nicht.
3 Jahre später klagte die Patientin über wiederkehrende Rückenschmerzen und ein PET-CT wurde durchgeführt. Es zeigten sich mehrere Lungenmetastasen, Lymphknotenmetastasen im Halsbereich und Mediastinum, ebenso ein Pleuraerguss.
Im Rahmen einer akademischen Phase-II-Studie wurde eine ICI-Therapie (anti-PD1) begonnen, ohne eine begleitende Chemotherapie.
Krebs ist schlau! Er nutzt sinnvolle biologische Systeme für sich aus.
Dr. Marleen Kok, Niederländisches Krebsinstitut, Amsterdam
Ansprechen und erneute Progression
Nach 4 Monaten der ICI-Therapie kam es zum Ansprechen auf die Therapie. Weitere 8 Monate später wurden deutliche Abnormalitäten der Leberfunktionswerte festgestellt, als die Patientin aufgrund einer Harnwegsinfektion mit Antibiotika behandelt wurde. Dies sei jedoch typisch für eine Immuntherapie, so Kok.
4 Monate später kam es zur Krankheitsprogression in zervikalen Lymphknoten, ebenso in einigen axillären Lymphknoten. Die anschließende Biopsie zeigte in den Lymphknoten TNBC-Zellen. Während in den zervikalen Lymphknoten ein gemischtes Wachstum vorlag (waxing & waning), kam es in den axillären zur weiteren Progression.
Es folgte eine chirurgische Dissektion der axillären Lymphknoten. Die anschließende pathologische Untersuchung zeigte, dass zwei Knoten Tumorzellen enthielten. Kok stellte nun die Frage, wie nach knapp 2 Jahren Anwendung mit der ICI-Therapie vorgegangen werden sollte.
Wann kann die Immuntherapie beendet werden?
Das Team um Kok entschied sich nach der Entfernung der Lymphknotenmetastasen im Februar 2022 dafür, die ICI-Therapie fortzusetzen. Im Mai 2022 befand sich die Patientin in vollständiger Remission. Ein Jahr später kam es zur Progression in der rechten zervikalen Region. Diese wurde im August 2023 mittels Strahlentherapie behandelt.
Seit dieser Behandlung ist die Patientin unter Immuntherapie krankheitsfrei, was durch regelmäßige CT-Untersuchung überprüft wird. Sollten Symptome auftreten, würde ein PET-CT durchgeführt.
Abschließend stellte Kok die Frage, ob die Immuntherapie beendet werden könne oder bis zum Lebensende fortgeführt werden solle. Dies habe auch Implikationen für die Kosten im Gesundheitswesen.
Aus ihrer eigenen Erfahrung am Niederländischen Krebsinstitut berichtet sie über folgendes Vorgehen:
Vollständige Remission: Beenden der Immuntherapie nach einem Jahr
Partielle Remission oder minimale Resterkrankung: Beenden der Immuntherapie nach 2 Jahren
Münchner Symposium 2025
Das Münchner Symposium bietet am 12. und 13. Dezember Vorträge und Diskussionen zu den wichtigsten Themen bei gynäkologischen Tumoren und Brustkrebs.
Fallbericht
Checkpoint-Inhibitoren bei Brustkrebs – wie lange einsetzen?
Bei einer 58-jährigen Frau wurde ein Triple-negatives Mammakarzinom (TNBC) diagnostiziert. Über mehrere Jahre erhielt sie unter anderemImmuncheckpointinhibitoren (ICI). Dabei kam die Frage der optimalen Therapiedauer auf.
04.11.2025Lesedauer: ca. 2 MinutenVon: Christoph Renninger
Die Frage, wie lange eine Immuntherapie erfolgen sollte, ist nicht einfach zu beantworten