- multisystemische Beschwerden
- Auftreten nach einer asymptomatischen, milden oder schweren Erstinfektion
- Symptome bestehen länger als 3 Monate nach der ursprünglichen Erkrankung
- kontinuierlicher, undulierender oder progredienter Verlauf
- Symptome sind nicht durch eine andere Erkrankung erklärbar
Das Tückische an Long-Covid, so Dr. Gogoll, ist, dass Standardtestungen wie CT, Lungenfunktion und Laborwerte in den meisten Fällen unauffällig sind, obwohl die Patientin oder der Patient durch häufige Symptome wie Fatigue, Brain Fog und Schlafstörungen subjektiv massiv beeinträchtigt ist. Handelt es sich bei Long-Covid also nicht eher um eine psychosomatische Erkrankung?
Mögliche pathologische Befunde bei Long-Covid
Dem bio-psycho-sozialen Erklärungsmodell zufolge könnte man das meinen, so Dr. Gogoll, weil sich in allen 3 Aspekten bei Long-Covid Beeinträchtigungen zeigen. Allerdings gilt es seiner Meinung nach, die biologische Ebene genauer zu betrachten. So lassen sich pathologische Befunde bei Betroffenen in verschiedenen Bereichen finden, unter anderem:
- neurologisch: Small-Fiber-Neuropathie, nachweisbar durch Hautbiopsie (bei Schmerzen und Dysautonomie)
- zerebral: Neuroinflammation und Hypoperfusion in der PET und MRT (insbesondere bei orthostatischer Belastung)
- Immunologisch: alterierte Monozyten-Profile und signifikant erhöhte inflammatorische Zytokine korrelieren direkt mit der Ausprägung einer Fatigue
- vaskulär: Mikrozirkulationsstörungen und Endothelschäden