Nephrologie
SGLT2-Inhibitoren auch bei Nierentransplantierten vorteilhaft?
Ob SGLT2-Inhibitoren auch bei Menschen mit einem Nierentransplantat wirksam und sicher sind, wurde bislang kaum untersucht, weshalb sie bei dieser Personengruppe nur selten zum Einsatz kommen. Eine neue Studie1 hat sich daher dieser Frage gewidmet – die Ergebnisse könnten die aktuelle Behandlungspraxis verändern.

SGLT2-Hemmer schützen die Nieren und senken das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse – aber auch nach einer Nierentransplantation?
© Getty Images / Liudmila Chernetska
Inhibitoren des Natrium-Glukose-Kotransporter-2 (SGLT2i) haben ihre nephroprotektive Wirkung in zahlreichen randomisiert-kontrollierten klinischen Studien belegen können – Nierentransplantierte waren von diesen aber meist ausgeschlossen, weshalb unklar ist, ob auch bei ihnen das Nutzen-Risiko-Verhältnis positiv ausfällt. Entsprechend wird kontrovers diskutiert, ob SGLT2i nach einer Nierentransplantation regelhaft zum Einsatz kommen sollten. Und das, obwohl es plausible Mechanismen gibt, die in dieser Situation für einen Nutzen der ursprünglich als Antidiabetika entwickelten SGLT2i sprechen, denn Diabetes mellitus ist bei dieser Personengruppe einer der führenden Gründe für Nierenversagen. Zudem werden SGLT2i anti-inflammatorische und anti-fibrotische Eigenschaften zugeschrieben – sie könnten daher eine Chance sein, der fortschreitenden chronischen Schädigung von Transplantaten entgegenzuwirken.
Um Licht ins Evidenz-Dunkel zu bringen, hat eine italienische Forschungsgruppe den Einfluss von SGLT2i bei Nierentransplantierten mit oder ohne Diabetes in einer multizentrischen retrospektiven Kohortenstudie untersucht. Die Ergebnisse wurden jüngst im American Journal of Nephrology publiziert.1