Das Management des primären und metastasierten Mammakarzinoms hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt hin zu einer patientenzentrierten Präzisionsmedizin. Die chirurgische Behandlung verschiebt sich von radikalen Ansätzen zu einer evidenzbasierten Deeskalation, was sich insbesondere beim Verzicht auf die Sentinel-Lymphonodektomie bei nodalnegativer Axilla und der wachsenden Bevorzugung der autologen Brustrekonstruktion zeigt. Gleichzeitig rückt die medikamentöse Systemtherapie bei vielen Subtypen zunehmend vor die Operation. Hier eröffnen moderne CDK4/6-Inhibitoren, PARP-Inhibitoren sowie neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugate weitreichende Optionen für die adjuvante und metastasierte Situation. Auch die Strahlentherapie profitiert von hypofraktionierten Konzepten, erfordert jedoch ein präzises Management bei der Kombination mit zielgerichteten Substanzen. Flankiert werden diese Fortschritte durch den zunehmenden Einsatz humangenetischer Panel-Testungen, die Entwicklung von KI-gestützten Prognosemodellen sowie die verstärkte Einbindung digitaler Gesundheitsanwendungen.