Die Behandlung gastrointestinaler Infektionen erfordert ein differenziertes Vorgehen, das unnötige Diagnostik vermeidet und gezielt Risikogruppen fokussiert. Im Alltag ist es essenziell, selbstlimitierende Diarrhöen von therapiebedürftigen Verläufen abzugrenzen. Dr. med. Laura Wagner verdeutlicht anhand der Reisediarrhö die Wichtigkeit rationaler Stuhldiagnostik und erläutert, wann eine selektive und leitliniengerechte Antibiotikagaben indiziert ist. Einer klinisch nicht immer offensichtlichen Diagnose widmet sich Prof. Dr. med. Christoph Spinner: Sexuell übertragbare Infektionen (STI) wie Gonorrhö, Chlamydien oder Syphilis stellen eine relevante Differenzialdiagnose bei unklarer Proktitis und anorektalen Beschwerden dar, deren Diagnostik primär auf PCR-Verfahren basiert. Den Abschluss bildet das Management der Clostridioides-difficile-Infektion durch PD Dr. med. Maurice Michel. Neben der leitliniengerechten Therapie rücken hier die Vermeidung von Rezidiven, konsequentes Antibiotic Stewardship und der fäkale Mikrobiotatransfer bei komplizierten Verläufen in den Fokus.