Wenn es um HPV und die HPV-Impfung geht, sprechen Ärztinnen und Ärzte häufig vor allem über Krebsvorstufen, die bei Männern und Frauen zu HPV-assoziierten Krankheiten wie Gebärmutterhalskrebs, Vulva-, Vaginal- und Analkarzinom, Peniskarzinom und Kopf- und Halstumoren führen. „Über den Schutz vor HPV-Typen zu sprechen, von denen man sicher weiß, dass sie krebserregend sind, ist wichtig. Aber die Viren sind darüber hinaus auch für die Entstehung von Warzen wie den Genitalwarzen verantwortlich“, sagt Prof. Norbert Brockmeyer, Dermatologe und Präsident der Deutschen STI Gesellschaft (DSTIG). Letztere sind auch unter dem Namen Feigwarzen (medizinisch Condylomata acuminata) bekannt und gelten als die häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten weltweit. 90% der Genitalwarzen werden von den Niedrigrisiko-HPV-Typen 6 und 11 verursacht, andere HPV-Typen sind dagegen mit den genannten Krebserkrankungen assoziiert. Von Feigwarzen sind beide Geschlechter betroffen. Die Übertragung des hochansteckenden Erregers läuft über den Haut-zu-Haut-Kontakt im Genital- oder Rachenbereich. „Kondome bieten nur einen begrenzten Schutz, da die Viren auch über infizierte Hautareale außerhalb des Kondoms übertragen werden können“, erklärt Brockmeyer.