Privat-Dozent Dr. med. Tobias Rüther, Leiter der Tabakambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LMU Klinikum München, informierte in einer von coliquio veranstalteten Fortbildung über die Tabakabhängigkeit und die Tabakentwöhnung.1 Einer der überraschendsten Fakten war vermutlich, dass die Reduktion von mehr als 20 Zigaretten pro Tag auf weniger als 3 nur einen geringen gesundheitlichen Vorteil bringt.2 Der vollständige Rauchstopp sollte also das Ziel sein.
Bereits ein kurzes Gespräch lohnt sich
Zunächst ging Dr. Rüther noch einmal auf die Wichtigkeit des Problems Tabakabhängigkeit ein: Jährlich sterben laut der World Health Organization (WHO) weltweit mehr als 7 Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums und auch in Deutschland sind es rund 137.000.3,4
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Doch es handelt sich beim Rauchen um eine Suchterkrankung, weshalb die meisten Menschen laut Dr. Rüther etwa 6 Anläufe brauchen, um aufzuhören. Doch für Sie als Ärztin oder Arzt bedeute das nur: Loben und zum nächsten Versuch motivieren.1 „Sie haben es geschafft, 3 Wochen nicht zu rauchen? Großartig!“ Denn wie Dr. Rüther berichtet, ist das ärztliche Gespräch bereits ein großer Faktor, der Betroffenen hilft, sich für einen Rauchstopp zu entscheiden.1 Eine 3-minütige ärztliche Konsultation erhöhe die Rate der abstinenten Menschen bereits von 10,9 % auf 16 %, zitierte Dr. Rüther eine Studie.5
„Was gefällt Ihnen denn am Rauchen so sehr?“
Um den Ablauf einer solchen Konsultation zu vereinfachen, nannte Dr. Rüther einige Tricks, wie Sie in der hausärztlichen Praxis einfach den Zigarettenkonsum und die Abhängigkeit Ihrer Patientinnen und Patienten erfassen können. Zusätzlich spielte er im Rahmen der einstündigen Fortbildung ein solches Gespräch durch, um zu demonstrieren, wie dieses möglichst positiv und erfolgreich verlaufen kann.1
Neben einem kurzen Überblick über die zur Verfügung stehenden Medikamente, DiGAs und die professionelle Tabakentwöhnung, beantwortete Dr. Rüther in der Abschlussdiskussion ausführlich Fragen zu alternativen Konsumformen wie E-Zigaretten und Nikotin-Pouches. Er erläuterte, welche besonderen Risiken Produkte wie Elfbar, Zyn & Co. bergen, aber auch, welche Ansätze insbesondere bei Teenagern in der Prävention erfolgversprechend sind.1