Jährlich sterben in Deutschland etwa 131.000 Menschen an den gesundheitlichen Folgen des Rauchens.2 Mit solchen Zahlen ordnete PD Dr. Tobias Rüther, Leiter der Tabakambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des LMU Klinikums München, die Tabakabhängigkeit als gesundheitspolitisch hochrelevantes Thema ein.
Die Verringerung des Tabakkonsums von 20 auf nur 3 Zigaretten pro Tag bringt beispielsweise nur unerhebliche gesundheitliche Vorteile und auch Passivrauchen ist bekanntlich schädlich.3 Während seines Kurzvortrages auf dem Münchener Gefäßsymposium 2025 betonte Dr. Rüther, dass die Tabakentwöhnung so wichtig ist: „In eine Lunge gehört einfach kein Rauch.“
Tabakabhängigkeit = Suchterkrankung
Das Thema beinhaltet viele Herausforderungen. So haben, wie Dr. Rüther erklärt, rund 80 % aller rauchenden Menschen in einem Alter zwischen 12 und 17 Jahren angefangen zu rauchen. Damit handele es sich bei Tabakabhängigkeit um eine Erkrankung, die vor allem im Kindes- und Jugendalter beginnt.
Die psychologische Komponente der Nikotinabhängigkeit erschwert es Außenstehenden, zu verstehen, warum viele Menschen trotz bereits vorhandener gesundheitlicher Einschränkungen weiter rauchen. Doch Nikotin stimuliert die Acetylcholin-Rezeptoren im Gehirn und aktiviert unter anderem durch die Freisetzung von Serotonin und Dopamin unser Belohnungssystem. Neben diesen direkten Auswirkungen des Nikotins spielen Faktoren wie das soziale Umfeld und Routine eine Rolle bei der Entstehung der psychischen Abhängigkeit.4
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Die Idee, dass die Nikotinentwöhnung „das am schwersten erreichbare Therapieziel“ sei, stimmt Dr. Rüthers Meinung nach aber nicht. Allein das kurze ärztliche Gespräch, in dem der Patient oder die Patientin den Rat erhält, mit dem Rauchen aufzuhören, könne immerhin bei 10 % den Rauchstopp auslösen. Nach einer gesprächsbasierten professionellen Tabakentwöhnung sind seien es bis zu 50 %.
In einer einstündigen CME-Fortbildung wird Dr. Rüther beleuchten, was die Gründe für Tabakabhängigkeit sind und evidenzbasierte Strategien und Interventionen für die Tabakentwöhnung aufzeigen. Der Experte legt besonderen Wert auf die Gesprächsführung, um Patientinnen und Patienten kompetent zu begleiten und die Zahl der Rückfälle und Therapieabbrüche zu verringern.
Weitere Infos zur Sprechstunde am Mittwoch, den 29. Oktober 2025, von 18:30 bis 19:30 Uhr und die Option zur kostenlosen Anmeldung finden Sie hier: