01. Oktober 2020

GOZ-Hygienepauschale bis 31.12.2020 verlängert

Die Hygienepauschale für Zahnärzte wird verlängert. Darauf haben sich Bundeszahnärztekammer (BZÄK), PKV und Beihilfe am 30.09.2020 verständigt. Als Grund nennen sie die nach wie vor erhöhten Hygienekosten im Rahmen der Covid-19-Pandemie.1

Die Regelung war ursprünglich bis Ende September befristet. Seit 1. Oktober bis zunächst 31. Dezember 2020 können Zahnärzte zur Minderung dieser Kostenlast  - neben den weiteren Optionen der GOZ – alternativ eine Hygienepauschale berechnen. Die hierfür vorgesehene Geb.-Nr. 3010 GOZ analog kann allerdings nur noch zum Einfachsatz (= 6,19 Euro) angesetzt werden.

Die vereinbarte Hygiene-Pauschale gilt für Zahnärzte, MKG-Chirurgen und Kieferorthopäden jeweils in ambulanten Praxen und zugelassenen MVZ. Krankenhäuser erhalten andere Formen von Hygiene-Abgeltungen, erläutert die BZÄK.

Die BZÄK hat einige Fragen und Antworten zur Hygienepauschale zusammengestellt:

Welche Alternativen zur Hygienepauschale gibt es?
Für die Berücksichtigung der Corona-bedingten Kostensteigerungen stehen laut BZÄK drei alternative Wege zur Verfügung:

  1. Berücksichtigung über den Steigerungssatz nach § 5 GOZ
  2. Über den Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Patienten nach § 2 GOZ oder
  3. unter Berechnung der Geb.-Nr. 3010 analog zum 1,0fachen Satz entsprechend dem Beschluss des Beratungsforums.

Welchen Weg der Zahnarzt wählt, ist seiner unternehmerischen Entscheidung unter Berücksichtigung der individuellen betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten vorbehalten.

Kann die Geb.-Nr. 3010 GOZ analog auch bei GKV-Patienten berechnet werden?
Die Regelung gilt grundsätzlich nicht für gesetzlich Versicherte, so die BZÄK. Hier sollen entsprechende Regelungen für die Abgeltung der Covid-19-bedingten Hygieneaufwände getroffen werden.
Für GKV-Patienten, die Privatleistungen in Anspruch nehmen, gilt der Beschluss ausnahmsweise unter den folgenden Voraussetzungen:
a) Anspruch auf Kostenerstattung durch eine private Zusatzversicherung (hier können tarifliche Leistungsbegrenzungen wie Erstattungsobergrenzen oder Zahnstaffelregelungen einer Erstattung entgegenstehen) und
b) der erhöhte Hygieneaufwand wird nicht durch eine gesonderte Vergütung bzw. kostenlose Bereitstellung von Hygienematerialien der GKV abgedeckt (keine Doppelberechnung).

Ist dieser Beschluss auch auf Selbstzahler ohne Inanspruchnahme einer privaten Krankenversicherung anwendbar?
Zur Abgeltung der hygiene- und pandemiebedingten Mehraufwände bei Zahnärzten erscheint eine Anwendbarkeit des Beschlusses auch auf Selbstzahler gerechtfertigt. Ist dieser Beschluss auch auf Selbstzahler ohne Inanspruchnahme einer privaten Krankenversicherung anwendbar?

Weitere Informationen zur Hygienepauschale bietet die Bundeszahnärztekammer hier “Informationen zur GOZCOVID 19 und erhöhte Hygienekosten

1. Bundeszahnärztekammer, 30.09.2020: Covid-19 und erhöhte Hygienekosten

Bild: © GettyImages/FG Trade

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