25. November 2021

PZR: Erhebung bei gesetzlichen Krankenkassen

Welche gesetzlichen Krankenkassen bezahlen ihren Versicherten die Professionelle Zahnreinigung (PZR) oder beteiligen sich zumindest anteilig an den Kosten? Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat heute die Ergebnisse ihrer jährlichen Umfrage zu entsprechenden Leistungen der Kostenträger veröffentlicht.1

Lesedauer: 3 Minuten

An der Erhebung 2021 haben sich einmal mehr zahlreiche Kassen beteiligt und standardisierte Fragen zu ihren PZR-Leistungen beantwortet. Fazit: Ein Großteil der Kassen gewährt Zuschüsse pro Jahr oder Termin, etwa in Form von Bonusprogrammen oder besonderen Tarifen. Gefragt wurde unter anderem, ob der Kassenzuschuss die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Zahnärzte deckt. Einige Kassen gewähren einen Zuschuss unabhängig davon, in welcher Praxis die PZR durchgeführt wird. Die aktuellen Ergebnisse der KZBV-Umfrage zur PZR können unter www.kzbv.de/pzr-zuschuss kostenlos abgerufen werden. Praxen erhalten die Informationen zudem als tabellarische Übersicht in der Ausgabe 22 der „Zahnärztlichen Mitteilungen“, die heute erscheint.

Einige Angebote von Kassen basieren allerdings auf Selektivverträgen: Versicherte erhalten den Zuschuss nur dann, wenn ihre Zahnärztin oder ihr Zahnarzt dem jeweiligen Vertrag beigetreten ist. Ist das nicht der Fall, müssen Patienten für die Bezuschussung eine der vom Kostenträger vorgegebenen Praxen aufsuchen, oder auf den Zuschuss verzichten. Solche Einschränkungen sind aus Sicht der KZBV kritisch zu bewerten!

Warum die PZR als präventive Maßnahme so wirksam und wichtig ist…

Wer täglich mindestens zweimal gründlich Zähne putzt und zusätzlich noch schwerer zugängliche Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder kleinen Bürstchen – so genannten Interdentalraumbürsten – reinigt, tut schon viel für seine Mundgesundheit. Auch auf Flächen, die Patienten bei der täglichen Zahnpflege nur schwer erreichen, bilden sich jedoch bakterielle Beläge – genau dort setzt die PZR an! Zudem können bei der PZR Verfärbungen auf Zahnoberflächen entfernt werden, die etwa durch Tee, Kaffee oder Nikotin entstehen. Die PZR unterstützt die tägliche Zahnreinigung, ersetzt diese aber nicht.

Beläge auf Zahnoberflächen, in den Zwischenräumen und in den so genannten Zahnfleischtaschen entfernen Zahnärzte oder geschultes Praxispersonal mit speziellen Handinstrumenten und Geräten. Diese arbeiten zum Beispiel mit Ultraschall oder einem Gemisch aus Wasser und feinen Pulverpartikeln, das bei der Reinigung mit Hilfe von Druckluft eingesetzt wird. Darum ist die Behandlung eine professionelle Zahnreinigung.

Bakterien setzen sich übrigens leichter auf rauen Oberflächen fest als auf glatten. Deshalb folgt bei einer PZR auf die eigentliche Reinigung eine Politur. Dabei werden nicht nur Zähnflächen sondern auch unebene Übergänge zu Füllungen oder Zahnersatz geglättet. Um den fortlaufenden Mineralverlust des Zahnschmelzes zu verringern und die Remineralisation zu erleichtern, wird anschließend Gel oder Lack mit hochkonzentriertem Fluorid auf die Zähne aufgetragen. Dieser Vorgang führt zur örtlichen Bildung von Fluoriddepots, die für einen intakten Zahnschmelz besonders wichtig sind.

Vorbeugung gegen Karies und Parodontitis

Auch Fragen und Tipps zur Mundhygiene sind bei einer PZR Pflichtprogramm. Was für Patienten individuell wichtig ist, wird in der Praxis besprochen. Die Behandlung sorgt also nicht nur für ein strahlendes Lächeln. Sie ist vielmehr elementarer Bestandteil eines präventionsorientierten Gesamtkonzepts zur Vermeidung und Therapie von Volkskrankheiten wie Karies und Parodontitis.

Frequenz und Kosten

Meist reicht eine PZR zweimal pro Jahr aus. Bei einem hohen Parodontitis-Risiko sind mitunter auch kürzere Abstände nötig. Wie oft eine PZR sinnvoll ist, empfiehlt im konkreten Fall die behandelnde Zahnärztin oder der behandelnde Zahnarzt. Die PZR ist keine regelhafte Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wie viel die PZR kostet, hängt vor allem vom Aufwand und der Zahl der Zähne ab, die gereinigt werden müssen. In der Regel dauert die Behandlung etwa 45 Minuten, manchmal aber auch 60 Minuten und mehr. Je kürzer die Abstände zwischen den Behandlungen, desto kürzer ist meist auch die Dauer der PZR.

  1. Erhebung der KZBV bei gesetzlichen Krankenkassen; KZBZ; 22.11.2021.

Bildquelle: © gettyImages/Extreme Media

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