18. März 2020

Bundeszahnärztekammer

Covid-19: Aktualisierte Informationen für Zahnarztpraxen

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland steigt drastisch an. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat nun ihre Informationen zum Risikomanagement in Zahnarztpraxen der aktuellen Situation angepasst. Das Wichtigste im Überblick. 1,2

Lesedauer: 3 Minuten

Der Beitrag wurde am 18.03.2020 aktualisiert. Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt.

Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region. Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu (RKI 17.03.2020). Der Anamneseerhebung kommt deshalb zur Begrenzung des Infektionsrisikos große Bedeutung zu, so die Bundeärztekammer in einer aktualisierten nformation zum Risikomanagement in Zahnarztpraxen.1

Symptomlose Patienten: Übliche Hygienemaßnahmen einhalten

Die Übertragung von Viren durch anamnetisch unauffällige symptomlos erkrankte Personen kann durch die Einhaltung von Hygienemaßnahmen verhindert werden. Die diesbezüglichen Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan, den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ und der Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250) festgehalten.

In der zahnärztlichen Praxis sind selbstverständlich die üblichen Standard-Hygiene-maßnahmen einzuhalten. Dazu gehört das konsequente Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, einer Schutzbrille und Handschuhen. Erweiterte Schutzmaßnahmen (z. B. geschlossener Schutzkittel, Kopfhaube und Tragen von FFP-Schutzmasken) sind nur für die Behandlung bereits diagnostizierter oder im dringenden Verdacht für eine Corona-Virusinfektion stehender Patienten angezeigt.

Behandlung von Patienten mit Symptomen möglichst verschieben

Die Behandlung von Patienten, die bereits Symptome einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) zeigen, sollte auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt.

Diese Patienten sind zur Sicherung der Diagnose an den Hausarzt bzw. den kassenärztlichen Notdienst unter Tel. 116117 zu verweisen.

Um einer Weiterverbreitung des Virus entgegen zu wirken, sollten Patienten durch geeignete Maßnahmen (z.B. Homepage, Aushänge an und in der Praxis) informiert werden, dass sie sich bei Atemwegsinfektionen, die im Zusammenhang mit einem Aufenthalt in Risikogebieten oder Kontakt mit SARS-CoV-2-Infizierten stehen, zuerst telefonisch mit der Praxis in Verbindung setzen.

Unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen

Für unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen von Patienten die unter Verdacht stehen an COVID 19 erkrankt zu sein, gilt es gemäß BioStoffV und GefStoffV weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:

  • Räumliche oder organisatorische Trennung der an COVID 19 erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde,
  • Persönliche Schutzausrüstung für das Personal (Schutzbrille mit Seitenschutz; Atemschutzmaske FFP2; unsterile Handschuhe; langärmliger Schutzkittel; das Tragen einer Kopfhaube kann den Schutz erhöhen; für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen),
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten,
  • Patienten anhalten, vor Verlassen des Sprechzimmers die Hände zu desinfizieren,
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Lieferengpässe von Schutzmasken: mehrfach verwenden?

Lieferengpässe bei Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) sind derzeit in vielen Zahnarztpraxen ein Problem. Das Thema der Verknappung von Hilfsmitteln zur Schutzausrüstung ist auf Bundesebene angekommen.

Das RKI informiert in einem weiteren Informationsblatt über die besonderen Maßnahmen und Bedingungen zur Weiterverwendung gebrauchter Masken. 2 Die Empfehlungen im Wesentlichen:

  • Es ist davon auszugehen, dass die Außenseite der Maske potenziell kontaminiert ist.
  • Beim Aus- und Wiederanziehen kann Handschuhdesinfektion und -wechsel helfen
  • Jede Maske ist nur von einer Person zu tragen (Markierung ist sinnvoll)
  • Die abgezogene Maske sollte an der Luft im Schleusenraum vor dem Isolierzimmer gelagert werden
  • Die Masken sollte nicht mit Desinfektionsmittel gereinigt werden, da dies die Schutzfunktion beeinträchtigen kann
  • Wenn die Innenseite der Maske aus Versehen mit unsauberen Handschuhen berührt wurde oder durch andere Fehler kontaminiert sein könnte, sollte die Maske entsorgt werden.

Des Weiteren gibt das Dokument des RKI an, welche Masken unter welchen Umständen wiederverwendet werden können.

Insgesamt ist darauf hinzuweisen, dass die Maßnahmen einen schlechteren Schutz bieten als die reguläre Einmalverwendung und nur in einer “offiziell ausgerufenen Notfallsituation” angewandt werden sollten.

Verdienstausfall während Quarantäne

Wer in Quarantäne und berufstätig ist, kann nicht mehr arbeiten gehen. Ob Arbeitgeber weiterhin das Gehalt zahlen müssen, wenn Mitarbeiter in Quarantäne sind, beantwortet der Virchow-Bund. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wegen der schnellen Covid-19-Ausbreitung greifen Bund und Länder zu immer drastischeren Maßnahmen. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen im Überblick.

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