16. Januar 2019

Analyse & Controlling in der Zahnarztpraxis:

„In den letzten 5 Jahren habe ich meinen Umsatz verdoppelt“

Praxismanagement wird von den meisten Zahnärzten irgendwie „nebenbei“ geleistet, obwohl seine Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg einer Praxis außer Frage steht. Dr. Jan Hajtó hat durch die unternehmerische Betrachtung seiner Praxis in den letzten fünf Jahren sowohl den Umsatz als auch den Gewinn verdoppelt.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag wird vertreten durch Dr. Jan Hajtó, Zahnarzt und Lehrbeauftragter bei der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK).

Praxismanagement: Welche Optionen haben wir?

Abbildung 1: Wir haben in der eigenen Praxis die Aufgaben vieler anderer Berufe zu leisten

Die meisten von uns haben diesen Beruf gewählt, um Patienten zu behandeln. Administration, Finanzen und Management werden daher in der Regel als Belastung empfunden, sind jedoch für den wirtschaftlichen Erfolg einer Praxis sehr wichtig. Welche Optionen haben wir denn nun?

  1. Ein anderer macht es: Sofern ein (z.B. Ehe-) Partner sich kompetent um die administrativen Aufgaben kümmern kann, ist dies sicher von Vorteil. Erfahrene hochprofessionelle Praxismanager sind heute immer schwerer zu finden und die Kosten für eine durchschnittlich große Zahnarztpraxis in der Regel sehr hoch.
  2. Durchwurschteln: Es wird versucht, beides im Alltag miteinander zu vereinen und nur die dringendsten Sachen zu erledigen. In so einem Fall empfiehlt es sich, alle administrativen Aufgaben zeitlich und organisatorisch von der Patientenbehandlung weitestgehend zu trennen. Ob so eine dauerhafte innere Zufriedenheit und Praxiserfolg zu erzielen ist, sei dahingestellt.
  3. Es anpacken: Man macht sich bewusst, dass Administration nicht ein lästiges Übel, sondern ein integraler Bestandteil der eigenen Berufsausübung ist. Für einen nachhaltigen Erfolg ist es am hilfreichsten, wenn man den Spaß daran entdeckt, auch die unternehmerische Seite mit genau so viel Engagement zu betreiben, wie die medizinische.

Verschiedene Zahnarztpraxen sind natürlich nur bedingt miteinander vergleichbar. Dennoch existieren allgemeingültige datenbasierte Planungs- und Controlling Methoden, mit deren Hilfe in jeder Praxis Optimierungen verwirklicht werden können.

Ein Beispiel dazu:

In dem gesamten Spektrum der zahnärztlichen Tätigkeit finden sich naturgemäß besser und schlechter vergütete Leistungen. Das Verhältnis von Zeitaufwand zu Umsatz ist je nach Praxis und Behandler Individuell, da sich z.B. Leistungsspektrum, Behandlungsabläufe, Routine, Effizienz, Terminplanung, Privatanteil stark voneinander unterscheiden können.

Abbildung 2: Vergleich Umsatz und geleisteter Zeitaufwand

Ein Vergleich der tatsächlich benötigten Stunden im Terminbuch mit den entsprechend in den Kategorien erzielten Umsätzen, zeigt genau auf, welche Behandlungen sich wirtschaftlich rentieren und welche nicht (Abb. 2). Mit diesen Informationen kann man das Bestellbuch besser steuern, wobei durchaus legitim ist auch nach persönlicher Präferenz bestimmten Behandlungsarten höhere Priorität einzuräumen oder einen gesunden Mix zu planen.

Oft hilft bereits die Veränderung des eigenen „Mindsets“

Im Wesentlichen hilft schon die Veränderung des eigenen „Mindsets“ hin zu einer mehr unternehmerischen Betrachtung der Praxis dabei, um Fehler zu vermeiden und ungenutzte Potenziale zu nutzen. Ich selbst habe auf diese Weise in den letzten fünf Jahren sowohl Umsatz als auch Gewinn verdoppelt.

Dr. Jan Hajtó ist seit 1998 in eigener Praxis in München tätig. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der komplexen ästhetischen Zahnmedizin, Funktionsdiagnostik und Therapie sowie festsitzenden Prothetik. Dr. Hajtó ist Lehrbeauftragter bei der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und bietet Tagesseminare für interessierte Kollegen aus dem Bereich Ästhetische Zahnheilkunde und Praxismanagement. Mehr Informationen finden Sie unter: www.hajto.de/fortbildungen

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