10. Januar 2018

Kinder in der Zahnarztpraxis

Tipps zur Behandlung und Abrechnung

Viele Kinder scheuen sich vor dem Zahnarztbesuch. Wird die Behandlung jedoch kindgerecht durchführt, kann der Zahnarzt gute Behandlungserfolge erzielen. Finden Sie hier wichtige Tipps zur erfolgreichen Kommunikation und korrekten Abrechnung. (Lesedauer: 2 Minuten)

Der folgende Beitrag von Judith Müller erscheint hier mit freundlicher Genehmigung der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen GmbH.

Tipps zum professionellen Umgang mit Kindern

Für eine kindgerechte Zahnarztbehandlung sollte die Praxis entsprechend organisiert sein. Dabei sind folgende Aspekte von besonderer Bedeutung:

Erstkontakt: Oft ist es sinnvoll, das Kind beim ersten Besuch nicht zu behandeln. Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass die kleinen Patienten bei einer Untersuchung oder einfachen Behandlung von Eltern oder Geschwistern zusehen können?

Direkte Anwesenheit einer Bezugsperson: Die direkte Anwesenheit einer Bezugsperson ist sinnvoll, vielleicht ist die Behandlung auf dem Schoß der Begleitung möglich.

Direkte Ansprache: Wichtig ist ein positiver Kontakt zum Behandler – Ehrlichkeit und die direkte Ansprache des Kindes fördern das Vertrauensverhältnis.

Zeitplan: Man sollte die kleinen Patienten nicht als Lückenbüßer im Terminbuch aufnehmen, sondern sich genügend Zeit nehmen. Ein erhöhter zeitlicher Aufwand bei der Behandlung von Kindern kann über die Steigerung der Berechnungsfaktoren gemäß § 5 GOÄ abgegolten werden.

Einverständnis zur Behandlung schriftlich bestätigen lassen

Da Kinder zu Folgeterminen oft allein oder mit älteren Geschwistern kommen, sollten die einzelnen Behandlungsschritte und vor allem auch die Kosten mit den Eltern bei der ersten Sprechstunde ausführlich besprochen werden. Lassen Sie sich von den Eltern oder Erziehungsberechtigten das Einverständnis zur Behandlung stets schriftlich bestätigen. Dabei sind Unterschriften von beiden Elternteilen empfehlenswert, da in der Praxis oft nicht bekannt ist, wer tatsächlich das Sorgerecht hat. Eine Rechnungsstellung an Minderjährige sollte unbedingt vermieden werden.

GOZ-Nr. 0010

Wird die Leistung nach der GOZ-Nr. 0010 erbracht und berechnet, besteht hierfür keine Einhaltung gesetzlicher Fristen. Diese Leistung kann je nach Notwendigkeit angesetzt werden (Achtung: nicht neben den Untersuchungen Ä5 oder Ä6). Da die Untersuchung nach der GOZ-Nr. 0010 keine Beratung des Patienten enthält, ist diese je nach Aufwand durch die Nummern Ä1 oder Ä3 zusätzlich zu bringen (Achtung: wird die Ä3 neben der Untersuchung berechnet, sind weitere Leistungen aus GOZ oder GOÄ in derselben Sitzung nicht mehr ansatzfähig).

Zuschlag K1 und GOÄ-Nr. 4

Neben den Untersuchungen der kleinen Kinder nach der GOÄ 5 oder 6, kann zusätzlich der Zuschlag K1 bis zum vollendeten 4. Lebensjahr angesetzt werden. Bei der weiteren Beratung und Unterweisung eines Elternteils oder der Begleitperson, ist die Berechnung der GOÄ-Nr. 4 für die Erhebung der Fremdanamnese über einen Kranken und/oder Unterweisung und Führung der Bezugsperson(en) möglich. In der Patientenkartei empfiehlt sich dabei eine ausführliche Dokumentation und die Aufzeichnung des Gesprächsinhalts.

Röntgenbilder vor Extraktionen oder Diagnostik

Damit die Strahlenbelastung gering gehalten wird, sollten möglichst nur Einzelaufnahmen, bzw. Bissflügelaufnahmen angefertigt werden. Panoramaschichtaufnahmen (OPG) der Kiefer sind meist nur zur Kontrolle der Gebissanlage nötig. Häufig werden die kleinen Patienten an den Kinderzahnarzt überwiesen, da zuvor keine Röntgenaufnahme gemacht und dadurch tiefreichende Läsionen verkannt wurden. Die Abrechnung der Röntgenaufnahmen erfolgt nach den Ziffern GOÄ 5000 ff.

Oberflächenanästhesie vor Lokalanästhesie empfehlenswert

Bei Kindern empfiehlt es sich, eine angenehme Oberflächenanästhesie vor der Lokalanästhesie anzuwenden. Hierfür werden die GOZ 0080 und dann 0090 und/oder 0100 angesetzt.

Judith Müller ist als Abrechnungsexpertin bei Büdingen Dent, einem Dienstleistungsbereich der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen GmbH, tätig.  Seit mehr als 20 Jahren unterstützt sie Zahnärztinnen und Zahnärzte in Abrechnungsangelegenheiten rund um die GOZ.

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