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Urologie-Trends

12. Nov. 2024
Neue Studienergebnisse

Zirkulierende Prostatakarzinom-Zellen auch beim mHSPC aussagekräftig?

Der Nachweis zirkulierender Tumorzellen im Blut kann bei Patienten mit einem metastasierten Prostatakarzinom bei der Abschätzung der Überlebenschancen helfen. Die gilt nicht nur für metastasierte kastrationsresistente Karzinome (mCRPC), sondern auch für diejenigen Tumoren, die noch hormonsensibel sind (mHSPC), wie ein Forschungsteam aus den USA zeigen konnte. 1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Prostatakrebs
Die Studie hat gezeigt, dass ein erhöhter CTG-Ausgangswert mit einem schlechteren Therapieansprechen, einer schnelleren Progression und einer kürzeren Überlebenszeit einhergeht. (Foto: © Getty Images / Ashi Sae Yang)

Autorin: Maria Weiß | Redaktion: Marina Urbanietz

Robuste Parameter für Stratifizierung gesucht

Ist der Tumor noch hormonsensibel, steht ein breites Spektrum an Androgenrezeptor-Signal-Inhibitoren (ARSIs) zur Verfügung, die zusammen mit der Chemotherapie das Leben verlängern können. Ob solche aggressiveren Therapien im metastasierten Stadium gerechtfertigt sind, hängt auch von der Prognose ab, die meist am histologischen Grad und der radiologischen Krankheitslast festgemacht wird. Es wird aber noch nach robusteren Parametern gesucht, die bei der Stratifizierung helfen könnten.

Nachweis zirkulierender Krebszellen (CTC) bei mCRPC bereits im Einsatz

Der Nachweis zirkulierender Krebszellen (CTC) im Blut könnte solch ein Parameter sein. Nicht aus jeder zirkulierenden Krebszelle wird eine neue Metastase. Eine hohe CTC-Konzentration geht aber mit einer höheren Tumorlast und einer aggressiveren Erkrankung einher. Bei Patienten mit einem metastasierten kastrationsresistenten Karzinom (mCRPC) hat u.a. die Arbeitsgruppe um Amir Goldkorn anhand der Studie S0421 des Krebsnetzwerks SWOG bereits gezeigt, dass hohe CTC-Zahlen vor Behandlungsbeginn ein starker Prädiktor für ein schlechtes Gesamtüberleben und eine Krankheitsprogression sind, während ein Abfall der CTC-Konzentration nach der Therapie mit einem verbesserten Outcome verbunden ist.

Könnte CTC auch bei mHSPC funktionieren?

Eine ähnliche Untersuchung hat die Arbeitsgruppe jetzt bei Patienten mit mHSPC wiederholt. Diesmal basierte ihre Analyse auf den Daten der SWOG-Studie S1216. In dieser Studie wurde CYP17-Inhibitor Orteronel mit dem Antiandrogen Bicalutamid bei Patienten mit neu diagnostiziertem mHSPC verglichen, die bereits eine Androgendeprivationstherapie erhielten. Bei 503 Teilnehmern war vor Therapiebeginn mit CellSearch die Zahl der CTC bestimmt worden.

Auch in dieser Studie hatte die CTC-Zahl einen deutlichen Einfluss auf die Prognose: Patienten mit 1 bis 4 CTC pro 7,5 ml überlebten median noch 56,2 Monate gegenüber nur 27,9 Monate bei 5 oder mehr CTC pro 7,5 ml. Bei Patienten ohne CTC-Nachweis war das mittlere Überleben nach median 78 Monaten noch nicht erreicht. Diese Patienten erreichten in beiden Therapiearmen unter der Therapie auch deutlich häufiger ein komplettes PSA-Ansprechen.

Limitationen

Als Limitationen nennt das Autorenteam u.a. fehlende Daten zu der initialen Prostatakrebsdiagnose und zur Prostatektomie. Zudem stand nicht von der gesamten Kohorte der Studie (n=1.313) ein CTC-Ausgangswert zur Verfügung.

Erhöhter CTG-Wert spricht für aggressiveren Phänotyp

Trotzdem hat die Studie gezeigt, dass ein erhöhter CTG-Ausgangswert mit einem schlechteren Therapieansprechen, einer schnelleren Progression und einer kürzeren Überlebenszeit einhergeht, was einen aggressiveren Phänotyp widerspiegelt. Zwei Drittel der Patienten mit einem neu diagnostizierten mHSPC sind in einem guten Allgemeinzustand und haben noch eine Lebenserwartung von mehreren Jahren. Diejenigen von ihnen mit einem hohen CTG-Wert könnten in Zukunft von besonders aggressiven Therapiestrategien profitieren. Dies müsste aber noch in entsprechenden Studien belegt werden.

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