23. September 2021

Radiumtherapie bei metastasiertem Prostatakrebs

Wenn bei Prostatakrebs Knochenmetastasen vorliegen, kann eine Zweitbehandlung mit Radium-223-Dichlorid und antihormoneller Therapie Überlebensvorteile bringen.1,2

Lesedauer: 1,5 Minuten

Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs, die schon eine erste Therapie hinter sich haben, können, wenn eine zweite Behandlung notwendig wird, offenbar von einer Kombination aus dem Radionuklid Radium-223-Dichlorid und antihormoneller Therapie profitieren. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Oncologist.2

Radium-223-Dichlorid ist chemisch mit Kalzium verwandt und wird nach seiner Einnahme vor allem in der unmittelbaren Umgebung von Metastasen anstelle von Kalzium in den Knochen eingebaut. Anschließend setzt es Alphastrahlung frei, die das Metastasengewebe in den Knochen trifft. Weil Radium-223-Dichlorid nur wenige Zentimeter tief in das Gewebe eindringt, bleibt das gesunde Gewebe in der weiteren Umgebung weitgehend geschont. 

In der vorliegenden Studie erhielten 35 Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs, der nicht ausreichend auf eine erste Behandlung angesprochen hatte, die Kombination aus Radium-223-Dichlorid und antihormoneller Therapie mit einem Blocker des Androgenrezeptor-Signalweges, zwölf weitere Patienten erhielten den Androgenrezeptor-Signalwegblocker allein. Nach einer Beobachtungszeit von fast zwei Jahren war die Zeit, bis das prostataspezifische Antigen (PSA) als Ausdruck weiteren Tumorwachstums wieder anstieg, sodass weitere Therapien notwendig wurden, in der Radium-223-Antihormontherapiegruppe signifikant länger als bei alleiniger antihormoneller Therapie. Auch die Überlebenszeiten selbst waren in der Kombinationsgruppe zumindest numerisch besser. Anzeichen für eine größere Häufigkeit von Knochenbrüchen oder anderen Nebenwirkungen als eventuelle Folge der Radium-223-Therapie zeigten sich nicht.

Damit habe sich nach Ansicht der Studienautoren in dieser Studie die Kombination von Radium-223-Dichlorid und Antihormontherapie in der Zweitbehandlung von Patienten mit voranschreitendem metastasiertem Prostatakrebs als wirksam und gut verträglich erwiesen. In der derzeit laufenden Phase III-Studie PEACE-3 würde nun überprüft, ob sich die Ergebnisse auch mit einer größeren Zahl von Patienten bestätigen lassen.

  1. Radiumtherapie bei metastasiertem Prostatakrebs; krebsgesellschaft.de; 21.09.2021.
  2. Maughan BL et al. Radium-223 plus Enzalutamide versus Enzalutamide in Metastatic Castration-Refractory Prostate Cancer: Final Safety and Efficacy Results. The Oncologist, Onlinevorabveröffentlichung am 22. August 2021, doi: 10.1002/onco.13949

Bildquelle: © gettyImages/KATERYNA KON/SCIENCE PHOTO LIBRARY

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