20. September 2019

DGU 2019

S3-Leitlinie zum Peniskarzinom vorgestellt

So viel Organerhalt wie möglich – das ist das Motto der modernen Behandlung des Peniskarzinoms. Die neue S3-Leitlinie, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll, ergänzt nun das Spektrum der urologischen Behandlungsempfehlungen.

Lesedauer: 2 Minuten

Die Konsultationsfassung der S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie & Nachsorge des Peniskarzinoms“ wurde am Donnerstag von Prof. Oliver Hakenberg auf der Pressekonferenz des DGU-Kongresses vorgestellt. 1

Selten, aber bedrohlich

Das Peniskarzinom ist mit ca. 800 Neuerkrankungen/Jahr in Deutschland relativ selten. Da die meisten Urologen aufgrund der Seltenheit der Erkrankung kaum eigene Erfahrung mit diesem Krankheitsbild haben, ist die Unsicherheit oft groß.

Auch hat die Therapie sich in den letzten 15 Jahren radikal verändert – während früher die Teilamputation des Penis mit einem Sicherheitsabstand zum Tumor von 2 cm als Standardtherapie galt, gilt heute: soviel Radikalität wie nötig, soviel Organerhalt wie möglich! Es wird dementsprechend heute mit sehr kleinen Sicherheitsabständen reseziert.

Besonderes Augenmerk muss auf die richtige Therapie der inguinalen Lymphknoten gelegt werden, da sich hier oft Mikrometastasen finden, und nur die frühzeitige Entfernung dieser Lymphknoten mit adjuvanter Chemotherapie Heilung bringen kann.

Die HPV-Impfung als Meilenstein der Prävention

Die HPV-Impfung ist in Deutschland zugelassen, für Mädchen, aber mittlerweile auch für Jungen. Dieser Meilenstein in der Prävention des Zervixkarzinoms wird leider in der Bevölkerung nicht ausreichend wertgeschätzt. Mit der frühzeitigen HPV-Impfung ist es möglich, das Zervixkarzinom komplett zu verhindern. Derzeit sterben in Deutschland jährlich über 1500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und die relative 5-Jahres-Überlebensrate beim invasiven Zervixkarzinom liegt bei nur 69%.

Urologie 2019: Alle wichtigen Themen im Überblick

Neue Therapien im Bereich der Uroonkologie, Inkontinenz und Urolithiasis; die Sinnhaftigkeit des PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakarzinom oder die Reform der Notfallversorgung – hier finden Sie alle wichtigen urologischen Themen mit Expertenmeinungen und praxisrelevanter Einschätzung der coliquio-Mitglieder.

Erschreckend niedrige Impfraten

Angesichts dieser Zahlen ist die HPV-Impfrate aber erschreckend niedrig geblieben, in Deutschland bei ca. 30% (in Australien, wo es ein Schulimpfprogramm gibt, liegt diese bei 75%). Es erscheint unverständlich, warum in Deutschland mit diesem Thema mit so großer Sorglosigkeit umgegangen wird.

  1. Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Urologie zur Pressekonferenz vom 19.09.2019

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