02. Oktober 2019

Poster-Highlights vom DGU 2019

Zervixkarzinom-OP: Mesureter erhalten oder nicht?

Der Mesureter ist eine ontogenetisch eigenständige dünnwandige Gewebeschicht, die den Ureter umscheidet und sich bis zur hinteren Bauchwand erstreckt. Sollte man diese Struktur bei der operativen Behandlung des Zervixkarzinoms erhalten? 1

Lesedauer: 1 Minute

Dieser Frage wurde im Rahmen der prospektiven TMMR-Studie (für totale mesometriale Resektion) nachgegangen. O. Espig und seine Kollegen vom Universitätsklinikum Leipzig analysierten retrospektiv 100 konsekutive Zervixkarzinom-Fälle, die mittels TMMR unter Schonung des Mesureters behandelt wurden, was in allen Fällen gelang. Die Ergebnisse wurden dann mit 100 unmittelbar vorausgegangenen TMMR-Fällen verglichen, bei denen der Mesureter nicht geschont worden war.

Ergebnis

In der Gruppe mit Schonung des Mesureters (Interventionsgruppe) traten signifikant weniger ureterale Komplikationen auf (3 % vs. 11 % in der Kontrollgruppe). Außerdem wurde ein signifikanter Rückgang an notwendigen Nephrostomie-Anlagen und Re-Interventionen beobachtet. Auch die Anzahl anderer urologischer Komplikationen wie ureterovaginale Fisteln war rückläufig.

Urologie 2019: Alle wichtigen Themen im Überblick

Neue Therapien im Bereich der Uroonkologie, Inkontinenz und Urolithiasis; die Sinnhaftigkeit des PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakarzinom oder die Reform der Notfallversorgung – hier finden Sie alle wichtigen urologischen Themen mit Expertenmeinungen und praxisrelevanter Einschätzung der coliquio-Mitglieder.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Schonung des Mesureters bei einer TMMR aufgrund eines Zervixkarzinoms machbar ist und zu einem deutlichen Rückgang urologischer Komplikationen nach diesem Eingriff führt.

  1. O. Espig et al; Die intraoperative Erhaltung des Mesureters zur Reduzierung urologischer Komplikationen: Ergebnisse der prospektiven TMMR-Studie; Poster auf dem 71. DGU-Kongress 2019, 18. – 21. 9. 2019, Hamburg

Bildquelle: © gettyImages/Tharakorn

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