26. Januar 2021

Könnte Kaffee vor einem Prostatakarzinom schützen?

Das Trinken von mehreren Tassen Kaffee täglich könnte mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung von Prostatakrebs einhergehen. Dies legt eine aktuelle Metaanalyse nahe, die in der Fachzeitschrift BMJ Open veröffentlicht wurde. 1 Demnach könnte jede Tasse Kaffee am Tag mit einer Risikoreduktion von 1% verbunden sein.

Lesedauer: 2 Minuten

Redaktion: Marina Urbanietz

Kaffeekonsum wurde bereits in früheren Studien mit einem geringeren relativen Risiko für Leber-, Darm- und Brustkrebs assoziiert. Bisher gab es jedoch keine schlüssigen Beweise für seine mögliche Rolle bei der Reduktion des Prostatakrebsrisikos.

Daten aus 16 Kohortenstudien analysiert

Um das Verständnis für dieses Thema zu verbessern, hat nun ein Team um Kefeng Wang von der Medizinischen Universität in Shenyang (China) die Daten aus insgesamt 16 Kohortenstudien analysiert, die bis September 2020 veröffentlicht wurden.

Die eingeschlossenen Studien wurden in Nordamerika (7), Europa (7) und Japan (2) durchgeführt. Dabei umfasst die Datenbasis 1.081.586 Männer, von denen 57.732 an einem Prostatakarzinom erkrankt sind. Der höchste Konsum reichte von 2 bis 9 oder mehr Tassen am Tag; der niedrigste Konsum von keiner bis zu weniger als 2 Tassen täglich.

Jede zusätzliche Tasse Kaffee mit einer Risikoreduktion von 1 % assoziiert

Verglichen mit dem niedrigsten Kaffeekonsum war der höchste Konsum mit einer Reduktion des Prostatakrebsrisikos um 9 % verbunden (relatives Risiko 0,91; 95-%-Konfidenz­intervall 0,84 bis 0,98). Und jede zusätzliche Tasse Kaffee am Tag war mit einer Verringerung des Risikos um 1 % assoziiert (gepooltes relatives Risiko 0,988 (0,981 bis 0,995)).

Des Weiteren zeigte sich, dass der höchste Kaffeekonsum mit einem um 7% niedrigeren Risiko für ein lokalisiertes Prostatakarzinom und einem um 12%-16% niedrigeren Risiko für ein fortgeschrittenes metastasiertes Prostatakarzinom verbunden war.

Limitationen der Analyse

Die Forscher räumen ein, dass aufgrund des Beobachtungsdesigns der eingeschlossenen Kohortenstudien nicht gemessene oder unkontrollierte Faktoren in den ursprünglichen Studien die Risikoschätzung verzerrt haben könnten. Die Menge des getrunkenen Kaffees kann ebenfalls falsch klassifiziert worden sein, da sie lediglich auf den Angaben der Studienteilnehmer basierte.

Auch die Art des Kaffees und die Brühmethoden variierten zwischen den Studien. Das Design und die Methoden der eingeschlossenen Studien variierten ebenfalls, sodass bei der Interpretation der Ergebnisse Vorsicht geboten ist, betonen die Studienautoren.

Biologische Mechanismen dennoch plausibel

Dennoch gibt es plausible biologische Erklärungen für ihre Ergebnisse, führen die Autoren weiter aus. Kaffee verbessere den Glukosestoffwechsel, habe entzündungshemmende und antioxidative Wirkung und beeinflusse den Sexualhormonspiegel, was die Entstehung, Entwicklung und das Fortschreiten von Prostatakrebs beeinflussen könne, so Wang und sein Team.

“Diese Studie legt nahe, dass ein erhöhter Kaffeekonsum mit einem reduzierten Risiko für Prostatakrebs verbunden sein könnte. Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um die zugrundeliegenden Mechanismen genauer zu untersuchen“, so die Studienautoren. “Wenn sich der Zusammenhang weiter als kausaler Effekt erweist, könnten Männer ermutigt werden, ihren Kaffeekonsum zu erhöhen, um möglicherweise das Risiko für Prostatakrebs zu senken.”

1. Chen X. et al. Coffee consumption and risk of prostate cancer: a systematic review and meta-analysis. BMJ Open  2021; DOI: 10.1136/bmjopen-2020-038902.

Bildquelle: © GettyImages/skynesher (Symbolbild)

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