09. Oktober 2019

DGU 2019

Prostata-Ca: Sinn und Unsinn von Finasterid & Co

Laut Präventionsstudien könnten 5-α-Reduktasehemmer das Risiko für die Entstehung eines Low-Grade-Prostatakarzinoms senken. Allerdings bergen sie die Gefahr, aggressive Karzinome zu fördern. Dr. Malte Rieken, Urologe und Dozent an der Universität Basel, fasst den aktuellen Kenntnisstand zusammen.

Lesedauer: 2 Minuten

Interview: Dr. med. Laura Cabrera, Kamera: Andreas Gill

In der Primärprävention durchgefallen

Drei große Studien (das Prostate Cancer Prevention Trial, die REDUCE- und die REDEEM-Studie 1,2,3) zeigten, dass Finasterid und Dutasterid das Risiko für die Entwicklung eines Prostatakarzinoms im Vergleich mit Placebo insgesamt senken. Allerdings fand man bei den Männern in der Verumgruppe nach einem Zeitraum von ca. 4 Jahren vermehrt Prostatakarzinome mit einem Gleason-Score von 7 oder höher. Aus diesem Grund wurde bislang keines der Präparate zur Primärprävention zugelassen.

Aktive Überwachung und biochemisches Rezidiv

Können Patienten, die bereits an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, von 5-α-Reduktasehemmern profitieren? Wie steht es um Patienten nach Prostataresektion? Diese Fragen beantwortet Dr. Rieken in unserem Video-Interview.

  • 5-α-Reduktasehemmer und aktive Überwachung: 0:00 – 2:10
  • Bedeutung für die Praxis 2:10 – 2:45
  • 5-α-Reduktasehemmer nach Prostataresektion: 2:45 – 4:00

Dauer: 4 Minuten

Urologie 2019: Alle wichtigen Themen im Überblick

Neue Therapien im Bereich der Uroonkologie, Inkontinenz und Urolithiasis; die Sinnhaftigkeit des PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakarzinom oder die Reform der Notfallversorgung – hier finden Sie alle wichtigen urologischen Themen mit Expertenmeinungen und praxisrelevanter Einschätzung der coliquio-Mitglieder.

Keine Alternative zur Salvage-Radiatio

Zur Beurteilung des Nutzens beim biochemischen Rezidiv gibt es aktuell keine zuverlässigen Daten, da die Endpunkte der durchgeführten Studien aktuell keine Einschätzung des langfristigen Verlaufes zulassen.4 Manche Patienten, so Dr. Rieken, fühlen sich durch den “unterdrückten” PSA-Wert zwar psychisch weniger belastet, doch bleibt im Falle eines Rezidivs nach Resektion die Salvage-Radiatio Therapie der Wahl.

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