10. August 2021

Weitere genetische Ursachen gefunden 73. Urologen-Kongress diskutiert unerfüllten Kinderwunsch beim Mann

Neue Erkenntnisse bei der Suche nach genetischen Ursachen für die männliche Infertilität diskutiert die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) auf ihrer 73. Jahrestagung im kommenden Herbst im Internationalen Congresscenter Stuttgart.1

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Ein Kind zeugen, Vater werden: Nicht immer geht der Kinderwunsch des Mannes in Erfüllung. Diagnostik und Therapie der männlichen Unfruchtbarkeit stellen eine große Herausforderung für andrologisch ausgebildete Urologen dar. Neue Erkenntnisse bei der Suche nach genetischen Ursachen für die männliche Infertilität diskutiert die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) auf ihrer 73. Jahrestagung im kommenden Herbst im Internationalen Congresscenter Stuttgart. „Wenn aktuelle Forschungsergebnisse im klinischen Alltag Relevanz bekommen und neue individualisierte Therapieansätze ermöglichen, dann sind das sehr gute Nachrichten für die behandelnden Urologinnen und Urologen und ihre Kinderwunschpatienten“, sagt DGU-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Arnulf Stenzl. Der Ärztliche Direktor der Klinik für Urologie, Tübingen, leitet die weltweit drittgrößte urologische Fachtagung vom 15. bis 18. September 2021 in Stuttgart.

„Da die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch zu gleichen Teilen beim Mann oder bei der Frau oder bei beiden liegen, ist es wichtig, beiden Partnern eine optimale Behandlungsoption anzubieten und aufseiten des Mannes mit einer verbesserten Diagnostik, Beratung und Behandlung durch den andrologisch versierten Urologen die große Behandlungslast von den Frauen zu nehmen“, erklärt Urologin Prof. Dr. Sabine Kliesch, Chefärztin der Abteilung für Klinische und Operative Andrologie am Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) am Universitätsklinikum Münster und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Andrologie e.V. (DGA). Entscheidend dafür sei die Erforschung von genetischen Ursachen der männlichen Infertilität, denn bei 70 Prozent der Patienten mit schweren Fertilitätsstörungen sei keine offensichtliche Ursache erkennbar.

Einen Durchbruch brachte der sogenannte männliche Fertilitäts-Gen-Atlas (Male Fertility Gene Atlas), der von der klinischen Forschungsgruppe Male Germ Cells am Institut für Reproduktionsgenetik am Universitätsklinikum Münster und dem CeRA entwickelt wurde und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. „Mithilfe dieser Datenbank, die 2017 an den Start ging und die einen schnellen, einfachen Zugang zu Studien und genetischen Befunden zu männlicher Infertilität und Keimzellen bereitstellt, konnten in den letzten drei Jahren weitere Gene entdeckt werden, die für das Fehlen von Spermien im Ejakulat, der Azoospermie, verantwortlich sind“, sagt Prof. Kliesch. Ein Großteil der gefundenen Gene sei bereits in die Klinik überführt und Patienten könnten routinemäßig getestet werden.

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