03. September 2021

eKonsil

Urologie bietet Telekonsil für zwei weitere Krankheitsbilder

Von einer zusätzlichen Expertenempfehlung bei Hodenkrebserkrankungen profitieren Betroffene schon seit Jahren: Bis zu 40 Prozent der Patienten erhalten eine andere Therapie als ursprünglich vorgesehen. Solch eine optimierte Behandlung will die Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) nun auch für Patienten mit Penis- und metastasierendem Nierenzellkarzinom etablieren.

Lesedauer: 2,5 Minuten

Unter https://urologie.ekonsil.org bietet die DGU dazu einen fachlichen Austausch für diese Krankheitsbilder an. Die Expertinnen und Experten sind von der Gesellschaft sorgfältig ausgewählt worden.

Spezialisten frei wählbar – Rückmeldung innerhalb von 48 Stunden

Im eKonsil können sowohl Klinikärztinnen und Klinikärzte als auch niedergelassene Urologinnen und Urologen ihre Befunde datenschutzkonform eingeben. Innerhalb von 48 Stunden erhalten sie von erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten ihrer Wahl eine Rückmeldung zu ihrem Therapieplan. Für Hodentumore gibt es dieses Angebot bereits seit 2006. Initiiert wurde es von der Deutschen Hodentumor-Studiengruppe (GTCSG). Seit 2017 wurde die Online-Plattform – finanziert von der Techniker Krankenkasse (TK) – zusammen mit der DGU und dem aQua-Institut (Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH) als „eKonsil“ neu aufgebaut und immer wieder inhaltlich und technisch optimiert. Inzwischen nutzen die Fachärztinnen und -ärzte bei jedem vierten Hodentumor-Patienten in Deutschland das eKonsil-Portal.

Finanzielle Anreize für eKonsil-Nutzung

Die TK und die Hanseatische Ersatzkasse (HEK) zahlen den anfragenden Fachärztinnen und Fachärzten sowie Krankenhäusern eine Dokumentationspauschale als Aufwandsentschädigung, wenn sie per eKonsil Expertinnen und Experten für TK- oder HEK-Versicherte zurate ziehen. Auch die Spezialistinnen und Spezialisten bekommen für ihre Empfehlung ein Honorar. Natürlich kann aber auch für Patienten, die bei anderen Krankenkassen versichert sind, die Zweitmeinung eingeholt werden.

eKonsil bietet Expertenwissen auch bei seltenen Krankheitsbildern

„Gerade bei der Behandlung von eher selten auftretenden Tumoren wie dem Hodentumor und dem Peniskarzinom, aber auch bei häufigeren Krebserkrankungen wie dem Nierenzell-karzinom, für das inzwischen in der metastasierten Situation eine Vielzahl von Therapieoptionen zur Verfügung steht, ist das Einholen einer Fachexpertise hilfreich“, so Professorin Dr. Susanne Krege aus dem Vorstand der DGU.

Mehr Lebensqualität und bessere Überlebenschancen

„Für solche Erkrankungen ist es schwer, flächendeckend den aktuellen Forschungsstand und die neuesten Therapieoptionen vorzuhalten“, erklärt der stellvertretende TK-Vorstandsvorsitzende Thomas Ballast. „Die zweite Meinung hilft, die besten Therapien auszuwählen und gleichzeitig unnötige oder belastende Behandlungen zu vermeiden. Der Austausch der Fachleute ermöglicht den direkten Transfer von aktuellem Forschungswissen aus den gerade erst aktualisierten Leitlinien. Das Programm verbessert damit die Überlebenschancen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.“

Großer Schritt zur Verbesserung der uro-onkologischen Patientenversorgung

„Mit der online-basierten Zweitmeinung für jetzt drei urologische Tumorentitäten ist ein weiterer großer Schritt zur Verbesserung der uro-onkologischen Patientenversorgung getan“, sagt DGU-Präsident Professor Dr. Dr. Arnulf Stenzl. „Das eKonsil ‚Urologie‘ schafft beste strukturelle Voraussetzungen für die deutschlandweit höchste Qualität bei der Behandlung unserer Patientinnen und Patienten.“ Der ärztliche Direktor der Klinik für Urologie in Tübingen empfiehlt daher, im Sinne der Patienten die Möglichkeit einer Zweitmeinung für jetzt drei urologische Tumorentitäten zu nutzen.

DGU-Generalsekretär Professor Dr. Maurice Stephan Michel erklärt: „Die teilnehmenden Fachexpertinnen und -experten zeichnen sich durch besondere Erfahrung, Kenntnis und wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiet der jeweiligen Tumorentität aus und stehen für eine hohe Anlehnung an die Empfehlungen in den aktuellen Leitlinien.“

  1. Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., 03.09.2021: eKonsil Urologie bietet Telekonsil für zwei weitere Krankheitsbilder

Bild: © GettyImages/JGI/Tom Grill

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653