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Urologie-Trends

16. Okt. 2024
EAU-Leitlinie

Das Wichtigste zu Penisgrößenanomalien und Dysmorphophobie

In den letzten Jahren hat die Nachfrage nach Behandlungen zur Penisvergrößerung weltweit deutlich zugenommen. Die Europäische Gesellschaft für Urologie (EAU) hat bereits 2023 eine neue Leitlinie zu Penisgrößenanomalien und Dysmorphophobie veröffentlicht. In einem aktuellen Beitrag in European Urology Focus haben Marco Falcone von der Universität Turin und seine Kollegen das Wichtigste für die ärztliche Praxis zusammengefasst.1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

EAU-Leitlinie: Penisgrößenanomalien und Dysmorphophobie
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Vergrößerung der Penislänge und -dicke. (Foto: Andrey Popov | Dreamstime.com)

Autorin: Andrea Hertlein | Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Keine einheitliche Definition für einen „kurzen Penis“

Derzeit gibt es keine einheitliche Definition für einen „kurzen Penis“ oder Mikropenis, was die Diagnose erschwert und den Bedarf an klaren Definitionen unterstreicht, heißt es im Bericht. Die Messung der gestreckten Penislänge (Stretched Penile Length, SPL) sei die am häufigsten eingesetzte Methode. Die Leitlinie betont außerdem die Notwendigkeit, Penisgrößenanomalien in drei Kategorien zu unterteilen: angeborene Anomalien, erworbene Anomalien und Anomalien, die auf Dysmorphophobie beruhen.

Eine genaue medizinische und psychosexuelle Anamnese sowie präzise Messungen der Penisgröße seien für eine verlässliche Diagnose unerlässlich, so die Autoren. Patienten mit normaler Penisgröße, die eine Penisvergrößerung anstreben, sollten einer psychologischen Untersuchung unterzogen werden, um mögliche dysmorphophobe Störungen auszuschließen.

Konservative und operative Therapiemöglichkeiten zur Penisvergrößerung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Vergrößerung der Penislänge und -dicke, wobei eine individuelle Behandlung auf Basis der jeweiligen Patientenbedürfnisse und -erwartungen als entscheidend angesehen wird. Endokrinologische Therapien wie Testosteronbehandlungen zeigen laut Leitlinie nur vor der Pubertät Wirkung. Für andere nicht-chirurgische Behandlungsmethoden wie der Penistraktionstherapie, bei der das Glied mechanisch gestreckt wird, liegt nur begrenzte Evidenz vor. Der Einsatz von Vakuumpumpen werde von der Leitlinie aufgrund der aktuellen Datenlage indes nicht empfohlen.

Chirurgische Techniken wie die Suspensory Ligament Release zur Verlängerung und Verdickung des Penis sind ebenfalls verfügbar, jedoch wird in der Leitlinie betont, dass sie nur nach umfassender Beratung des Patienten in Betracht gezogen werden sollten. Die Entscheidung für einen operativen Eingriff sollte gut abgewogen werden, da auch hierfür die Evidenz begrenzt sei und die potenziellen Risiken sorgfältig besprochen werden müssten.

Ethische Herausforderungen

Die Behandlung von Penisgrößenanomalien und Dysmorphophobie wirft erhebliche ethische Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf das psychische Wohlbefinden der Patienten, betonen die Autoren. Die EAU empfiehlt daher einen strukturierten Diagnose- und Behandlungsansatz, der sowohl die medizinischen als auch die psychologischen Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt. Dies solle gewährleisten, dass alle Patienten umfassend informiert sind und realistische Erwartungen an die Behandlung haben.

„Es stehen mehrere konservative und chirurgische Behandlungen zur Verfügung. Nur wenige Patienten erhalten jedoch klare Informationen über den Nutzen und möglichen Schaden dieser Behandlungen“ lautet das Fazit der Autoren. Die EAU-Leitlinie ziele darauf ab, einen strukturierten Weg zu bieten, der sowohl Ärzte als auch Patienten bei der Auswahl geeigneter Behandlungen zur Vergrößerung des Penis anleitet.

Dieser Beitrag erschien im Original auf Univadis.

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