Neuer Bluttest soll Prostatakarzinom in nur 15 Minuten nachweisen
Innerhalb von 15 Minuten ein Prostatakarzinom in einer Probe von getrocknetem Blut bei noch asymptomatischen Patienten nachweisen – diese Wunschvorstellung scheint Wirklichkeit geworden zu sein. Forschenden an der Aston University in Großbritannien haben eine neue Methode entwickelt, mit der sich kristallähnliche Strukturen in dehydriertem Blut nachweisen lassen.1
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Autorin: Nilima Marshall | Übersetzung: Maria Weiß
Durchbruch in der Krebsdiagnostik?
Die bisherigen Screeningmethoden zum frühen Nachweis eines Prostatakarzinoms lassen zu wünschen übrig. Die Bestimmung des Spiegels von prostataspezifischem Antigen (PSA) ist als Screeningtest nicht sehr präzise, sodass häufig zusätzliche rektale Untersuchungen und Biopsien erforderlich sind.
Dies könnte sich nach den Worten von Prof. Igor Meglinski vom Aston Institute of Photonic Technologies in Zukunft ändern. Mit der neuen nicht-invasiven Technik lässt sich ein Prostatakarzinom mit einer bis zu 90-prozentigen Genauigkeit noch vor dem Auftreten von Symptomen nachweisen. Dies sei ein Durchbruch in der Krebsdiagnostik und ein wichtiger Sprung in Richtung personalisierte Medizin.
108 Blutproben untersucht
Für seine Studie analysierte das Forschungsteam 108 getrocknete Blutausstriche von Gesunden und Patienten mit Prostatakrebs. Mittels einer neuen Methode – der sogenannten „Polarisations-basierten Bildrekonstruktion“ – lassen sich 3-D-Formveränderungen von Proteinen erkennen, die in frühen Stadien des Prostatakarzinoms auftreten. Damit lassen sich Gesunde mit hoher Sicherheit von Patienten mit Prostatakrebs abgrenzen, ohne dass belastende Untersuchungen wie Biopsien notwendig sind. Die ganze Untersuchung einschließlich des Trocknens der Blutprobe dauert höchstens 15 Minuten.

Limitationen
Häufig wird das Prostatakarzinom erst in weit fortgeschritten Stadien diagnostiziert, in denen keine Heilung mehr möglich ist. Ein früherer und akkuraterer Nachweis in einer einzigen Blutprobe bietet die Möglichkeit, den Krebs in früheren Stadien mit guten Heilungsaussichten zu diagnostizieren.
Dr. Matthew Hobbs, Forschungsdirektor bei Prostate Cancer UK, der nicht an der Studie beteiligt war, betont: „Das große Problem besteht darin, zu beweisen, dass diese Tests besser sind als die bereits vorhandenen. Bislang wurde der Test nur an einer relativ kleinen Anzahl von Proben durchgeführt. Wir benötigen also weitere Untersuchungen, um festzustellen, wie wirksam er wirklich ist".




