21. September 2021

Der schwierige Fall

Blutiger Urin und Algurie nach Penis-Trauma

Ein 48-Jähriger erleidet durch einen unglücklichen Sturz auf einen Holzklotz einen direkten Schlag auf Perineum und Penis. Nachdem er starke, brennende Schmerzen beim Urinieren und Blut im Urin feststellt, geht er in die Notaufnahme. Wie die Ärzte dort vorgehen und wie es dem Patienten weiter ergeht, erfahren Sie hier.

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autor: D. Brady Pregerson.

Der Fall:

Ein 48-jähriger Mann stellt sich in der Notaufnahme vor, nachdem er bei Arbeiten auf der Ladefläche seines Pick-ups gestolpert und auf einen Holzklotz gefallen war.

Er erlitt dabei einen direkten Schlag auf sein Perineum und seinen Penis, was zu starken Schmerzen geführt hatte, die 5 bis 10 Minuten anhielten. Als er jedoch nach Beendigung seiner Arbeit urinieren wollte, verspürte er starke, brennende Schmerzen in seinem Penis und ließ eine große Menge blutigen Urin ab. Die Symptome traten in den folgenden Stunden bei jedem Harndrang auf. Schließlich stellte sich der Mann in einer Notaufnahme vor.

Den Ärzten berichtet er, in Ruhe keine Schmerzen zu haben. Verletzungen an seinen Flanken oder am Abdomen infolge des Sturzes habe er nicht bemerkt. Unterleibsschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Gehen, Schwellungen oder Blutergüsse am Skrotum sind dem Patienten nicht aufgefallen.

Er hat keine nennenswerte medizinische Vorgeschichte und nimmt auch keine Medikamente ein.

Körperliche und apparative Untersuchungen

Abb. 1: Blut am Ostium urethrae externum

Das Ärzteteam erfasst bei dem Patienten folgende Vitalparameter: Puls 80/min, Blutdruck 132/76 mmHg, Körpertemperatur 36,9°C. Es bestand keine Atemnot. Bei der Erstuntersuchung des Urogenitaltraktes und der Perinealregion war Blut am Ostium urethrae externum erkennbar (s. Abb. 1).

Der Patient hat sich ein Papiertaschentuch in die Unterwäsche gelegt, um sie vor Blut zu schützen. Dieses war mit einer geringen Menge Blut getränkt.

Äußere Verletzungen wie Risse oder Schürfwunden, Ekchymosen am Ostium oder am übrigen Penis oder Perineum waren für die Ärzte nicht erkennbar. Die Inspektion des Skrotums und die Palpation der Hoden blieben unauffällig. Das Abdomen erwies sich bei der Palpation nicht als empfindlich. Der Mann zeigte auch keine Flankenschmerzen und keine Beschwerden im Bereich der Rippenbogen. Die gesamte weitere körperliche Untersuchung mit Herz, Lunge und Bewegungsapparat lieferte ebenfalls keine Hinweise auf Anomalien oder zusätzliche Traumata.

Urin: Farbe von Rotwein

Abb. 2: Retrogrades Urethrogramm (RUG)

Eine Urinprobe wies die Farbe von Rotwein auf, und die Urinanalyse bestätigte eine Makrohämaturie. Ergebnisse eines großen Blutbildes blieben ohne Befund; die Leukozytenzahl und der Hämatokrit mit 45% blieben ohne Befund. Ein Gerinnungsprofil zeigt auch nur unauffällige Werte. Röntgenaufnahmen des Beckens ließen keine Fraktur erkennen. Im Anschluss daran wurde eine retrograde Urethrographie (RUG) durchgeführt (s. Abb 2).

So ging es mit dem Patienten weiter

Im zweiten Teil des Beitrags lesen Sie wichtige Hintergrundinformationen zu Harnröhrenverletzungen und erfahren, wie das Ärzteteam den Patienten weiterbehandelte.

Dieser Beitrag ist im Original auf Medscape erschienen.

Bild: © GettyImages/Anut21 ng

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