23. Oktober 2020

Bestrahlung nach Prostatakrebs-Operation erst bei PSA-Anstieg

Bisher war unklar, ob nach einer Prostatektomie die Strahlentherapie direkt erfolgen sollte oder erst, wenn der PSA-Wert wieder ansteigt. Eine kürzlich publizierte Studie zeigte, dass mit letzterem eine ähnlich hohe 5-Jahres-Rezidivfreiheit erzielt werden kann wie mit der adjuvanten Strahlentherapie.1-3

Lesedauer: ca. 3 Minuten

333 Patienten in die Studie eingeschlossen

Die vorliegende Studie verglich die biochemische Kontrolle des Tumorwachstums (bzw. die biochemische Progression) bei Patienten nach adjuvanter und Salvage-Radiotherapie. Es handelte sich um eine randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie in 32 onkologischen Zentren in Australien/Neuseeland. In die Studie eingeschlossen wurden 333 Patienten nach radikaler Prostatektomie mit hohem Risiko für ein Rezidiv (entsprechend den Risikokriterien in der feingeweblichen Untersuchung, d. h. nicht-tumorfreie Resektionsränder bzw. Ausdehnung über die Grenzen der Prostata hinaus).

Die Patienen waren in gutem Allgemeinzustand (ECOG-Performance-Status 0-1) und hatten einen postoperativen PSA-Wert von maximal 0,1 ng/ml. Sie wurden zu gleichen Teilen elektronisch randomisiert und erhielten entweder innerhalb von sechs Monaten nach der radikalen Prostatektomie eine adjuvante Bestrahlung (n=166) oder eine frühzeitige Salvage-Bestrahlung bei einem PSA-Wert ab 0,2 ng/ml (n=167). Die Patienten wurden stratifiziert nach Bestrahlungszentrum, präoperativem PSA-Wert, Gleason-Score (feingeweblichem Befund), Status der Resektionsränder und Beteiligung der Samenbläschen. Die Bestrahlung des Prostatabettes war in beiden Gruppen gleich (64 Gy in 32 Fraktionen), eine Androgenentzugstherapie erfolgte nicht. Primärer Endpunkt war das Ausbleiben einer biochemischen Progression. Für eine Nicht-Unterlegenheit der Salvage-Bestrahlung war gefordert, dass die biochemische 5-Jahres-Progressionrate nicht mehr als 10% über der 5-Jahres-Progressionrate nach adjuvanten Radiotherapie lag.

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Studienergebnisse

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Salvage-Radiotherapie mit vergleichbaren Ergebnissen adjuvante Bestrahlung

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Anstieg des PSA-Werts entscheidend

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  1. Kneebone A et al. Adjuvant radiotherapy versus early salvage radiotherapy following radical prostatectomy (TROG 08.03/ANZUP RAVES): a randomised, controlled, phase 3, non-inferiority trial. Lancet oncol 2020; 21 (10): 1331-1340 Published: October, 2020DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045 (20)30456-3.
  2. Lohm G, Bottke D, Jamil B et al. Salvage radiotherapy in patients with persistently detectable PSA or PSA rising from an undetectable range after radical prostatectomy gives comparable results. World J Urol 2013; 31 (2): 423-8.
  3. Albers B. Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e. V. Bestrahlung nach Prostatakrebs-Operation erst bei PSA-Anstieg; idw; 20.10.2020.

Bildquelle: © gettyImages/Mark Kostich

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