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Rote-Hand-Briefe

24. Okt. 2024

Rote-Hand-Brief zu 5-Fluorouracil

Rote Hand Brief zu NOXAFIL® (Posaconazol)

Die Zulassungsinhaber von 5-Fluorouracil-haltigen Arzneimitteln weisen in Abstimmung mit dem BfArM und der EMA darauf hin, dass eine mittelschwere oder schwere Nierenfunktionsstörung zur falschen Diagnose eines DPD-Mangels führen kann. 1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Zusammenfassung

  • Bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörung sollten die zur Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD)-Phänotypisierung verwendeten Uracilspiegel im Blut mit Vorsicht interpretiert werden, da eine eingeschränkte Nierenfunktion zu erhöhten Uracilspiegeln im Blut führen kann.
  • Folglich besteht ein erhöhtes Risiko einer falschen Diagnose eines DPD-Mangels, was zu einer Unterdosierung von 5-Fluorouracil (5-FU) und damit zu einer verminderten Wirksamkeit der Behandlung führen kann.

Hintergrund zu den Sicherheitsbedenken

Parenterales 5-Fluorouracil (5-FU) gehört zur Standardtherapie bei verschiedenen bösartigen Tumorerkrankungen, darunter Dickdarmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Magenkrebs, Brustkrebs sowie Kopf- und Halskrebs. Es wird meist in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten eingesetzt.

Das geschwindigkeitsbestimmende Enzym beim Katabolismus von 5-FU ist die Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD). Daher besteht bei Patienten mit eingeschränkter DPD-Enzymfunktion ein erhöhtes Risiko schwerer oder lebensbedrohlicher Toxizität, wenn sie mit 5-FU oder einem seiner Prodrugs behandelt werden.

Um diese Patienten zu identifizieren, wird - trotz Unsicherheiten hinsichtlich der optimalen Testmethodik - vor Beginn der Behandlung eine Phänotypisierung und/oder Genotypisierung auf DPD-Mangel empfohlen.

Patienten mit vollständigem DPD-Mangel haben ein hohes Risiko einer lebensbedrohlichen oder tödlichen Toxizität und dürfen nicht mit 5-FU oder anderen Fluoropyrimidinen (Capecitabin, Tegafur) behandelt werden.

Bei Patienten mit partiellem DPD-Mangel besteht ein erhöhtes Risiko einer schweren und möglicherweise lebensbedrohlichen Toxizität. Um das Risiko einer schweren Toxizität zu verringern, sollte eine reduzierte Anfangsdosis in Betracht gezogen werden. Nachfolgende Dosen können erhöht werden, wenn keine schwerwiegende Toxizität vorliegt, da die Wirksamkeit einer reduzierten Dosis nicht nachgewiesen wurde.

Uracilspiegel bei Nierenfunktionsstörungen mit Vorsicht interpretieren

Wenn die Uracilspiegel im Blut zur Bestimmung des DPD-Phänotyps verwendet werden, muss das Ergebnis der Phänotypisierung bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörung mit Vorsicht interpretiert werden, da eine Nierenfunktionsstörung zu erhöhten Uracilspiegeln im Blut führen kann. Dies könnte zu einer falschen Diagnose eines DPD-Mangels und folglich zu einer Unterdosierung von 5-FU oder anderen Fluoropyrimidinen bei diesen Patienten führen.

Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der Zulassungsinhaber können dem Rote-Hand-Brief zu 5-Fluorouracil (i.v.) entnommen werden.

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