01. Juli 2021

Suizidrate in den ersten Pandemie-Monaten eher gesunken

Angst vor Ansteckung, Existenzsorgen, soziale Isolation, Überforderung, Trauer um Angehörige – die Pandemie hat weltweit viele Menschen mental an ihre Grenzen gebracht. Ist deswegen auch die Suizidrate angestiegen?1

Lesedauer: 1 Minute

Die Studie: In einer Untersuchung wurden die Suizidraten in 21 Ländern in den ersten Monaten der Pandemie (1. April bis 31. Juli 2020) ermittelt und mit den zu erwartenden Zahlen auf Grundlage der Häufigkeit in den Monaten davor (1. Januar 2019 bis 31. März 2020) verglichen.

Das Ergebnis: Die Pandemie hat die Menschen offensichtlich nicht in den Selbstmord getrieben: In keinem der untersuchten Länder (16 mit hohem und 5 mit geringem bis mittlerem Einkommen) stieg die Suizidrate in den ersten Pandemiemonaten signifikant an.

In 12 Ländern bzw. Regionen wurde sogar eine deutliche Abnahme der Suizidrate beobachtet – dazu gehörten New South Wales (Australien), Alberta und British Columbia (Kanada), Chile, Leipzig (Deutschland); Japan, Neu Seeland, Südkorea, Ecuador sowie die Bundesstaaten Kalifornien, Illinois und Texas in den USA.

Das Fazit: Trotz strengem Lockdown und noch fehlender Aussicht auf eine baldige Impfung scheinen die Menschen in den ersten Monaten der Pandemie also noch keine schwerwiegenden psychischen Folgen davongetragen haben. Ob dies auch in der Langzeitentwicklung so geblieben ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

  1. Jane Pirkis et al; Suicide trends in the early months of the COVID-19 pandemic: an interrupted time-series analysis of preliminary data from 21 countries; Lancet Psychiatry (2021); 8: 579-88; DOI: https://doi.org/10.1016/ S2215-0366(21)00091-2

Bildquelle: © gettyImages/MarioGuti

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