10. Februar 2021

Senior Expert Docs®

Erfahrene Ärzte helfen als Mentoren beim Praxisstart

Mit Senior Expert Docs® schafft der Virchowbund eine Plattform zum Austausch zwischen erfahrenen Praxisinhabern und Ärzten, die ihre Zukunft in der Niederlassung sehen. Wie eine Beratung abläuft und wie Sie Mentor werden können, lesen Sie hier.

Lesedauer: 3,5 Minuten

Der folgende Beitrag wird vertreten vom Virchowbund.

Dr. Hans-Jörg Laimer* hat einen spannenden neuen Patienten. Diesmal handelt es sich nicht um einen Menschen, sondern um eine ganze Praxis. Genauer gesagt: Die Praxis einer jungen Kollegin, die gerade dabei ist, sich niederzulassen. Für die frischgebackene Praxisinhaberin ist es eine aufregende und ereignisreiche Zeit zwischen Unternehmensplanung und Zulassungsausschuss, Praxisorganisation, Personalführung und Abrechnung. Dr. Laimer soll ihr dabei als Coach und Mentor zur Seite stehen.

Senior Expert Docs®: Ärzte helfen Ärzten

Gefunden haben sich die beiden über Senior-Expert-Docs®, eine Initiative des Verbandes der niedergelassenen Ärzte (Virchowbund). Das Mentoren-Programm Senior Expert Docs® wurde speziell für junge Mitglieder des Virchowbundes konzipiert, die sich neu niederlassen wollen oder frisch niedergelassen sind. Sie sollen konkrete Hilfe erhalten, und zwar von denen, die aus eigener Erfahrung wissen, was auf sie zukommt. Ganz nach dem kollegialen Grundsatz: Ärzte helfen Ärzten.

Mit der Erfahrung von zwei Jahrzehnten als Praxisinhaber sieht Dr. Laimer einige grundsätzliche Probleme sofort. „Im Moment läuft es nach dem Prinzip: Wer in die Praxis kommt, wird behandelt. Zukünftig sollte die Praxis aber besser werden, gezielt bestimmte Patientenschichten anzusprechen, um das Verhältnis zwischen Leistungen und Honorar zu verbessern“, lautet sein Rat. Der Senior Expert Doc® bespricht daraufhin mit der Praxisinhaberin, wie das Leistungsspektrum sinnvoll erweitert werden könnte und was dabei beachtet werden musst.

Aufgrund der Corona-Pandemie findet das Gespräch via Videokonferenz statt. Für den Sommer ist dann allerdings eine gemeinsame Praxisbegehung geplant, die z. B. Optimierungspotenzial bei den Praxisabläufen zeigen soll.

Coaching durch erfahrene Ärzte

Der Bedarf an Beratung und Coaching für Ärzte ist groß. Viele wünschen sich innerhalb der ersten Jahre in der eigenen Praxis häufig jemanden, den sie bei Abrechnungsfragen im EBM, bei Angst vor Wirtschaftlichkeitsprüfungen oder beim Umgang mit dem Praxispersonal um Rat fragen können.

„Arzt sein studiert man, Unternehmer sein lernt man erst in der Niederlassung“, sagt Dr. Laimer aus eigener Erfahrung. Auch für ihn war es vor über 22 Jahren ein holpriger Start. „All diese Bescheinigungen, Formulare und Dokumente zusammenzutragen, die vielen Telefonate und Gespräche mit Banken, Versicherungen, der KV – das hat Kraft gekostet. Die ersten paar Abrechnungen haben mir schlaflose Nächte beschert.“

Diese Erfahrung machen viele frischgebackene Praxisinhaber. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse werden im Medizinstudium nicht vermittelt und kommen auch in der Klinik meist zu kurz. Die Niederlassung gleicht einem Sprung ins kalte Wasser.

„Wir glauben, dass dieses fehlende Wissen dazu führt, dass viele junge Kolleginnen und Kollegen vor der wirtschaftlichen Selbstständigkeit zurückschrecken und sich lieber anstellen lassen“, sagt Dr. Christiane Wessel, die stellvertretende Bundesvorsitzende des Virchowbundes und Vorsitzende der Vertreterversammlung der KV Berlin. „Dabei ist gerade die Freiberuflichkeit in Selbstständigkeit das, was den ärztlichen Beruf so erfüllend macht!“

Mit Mentor durch die ersten Jahre in der Praxis

Dr. Christiane Wessel engagiert sich ebenfalls als Mentorin im Virchowbund. In ihrer eigenen Praxis in Berlin führt sie seit einigen Jahren junge Kolleginnen an die Rolle als Praxischefin heran und begeistert sie gleichzeitig dafür, sich berufspolitisch zu engagieren.

Sie selbst macht sich u. a. für mehr ambulante Weiterbildung stark. „Ambulante Weiterbildung steigert die Qualität der Ausbildung und zeigt aus erster Hand, welche Vorteile die Niederlassung mit sich bringt“, ist sie überzeugt.

Rund 100 Experten sind bereits wie Dr. Hans-Jörg Laimer und Dr. Christiane Wessel Teil des Senior Expert Docs®-Netzwerkes. Sie alle eint der Drang, etwas zurückgeben zu wollen. „In den ersten paar Jahren gibt es so vieles, was man noch nicht weiß. Das wirkt überfordernd. Darum nehmen wir die junge Generation mit Senior Expert Docs® an die Hand und sagen ihnen: Gemeinsam schaffen wir das!“, macht Dr. Wessel den jüngeren Kollegen Mut.

So läuft eine Beratung ab

Wer sich für ein Mentoring im Rahmen der Senior-Expert-Docs® interessiert, kann sich direkt an den Virchowbund wenden. Gemeinsam mit dem Verband werden die Erwartungen, der geschätzte Beratungsumfang und dessen Kosten geklärt. Passend zu den Anforderungen, zur Fachgruppe und der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung schlägt der Virchowbund einen möglichen Mentor vor. In einem Erstgespräch werden die wichtigsten Details zur bevorstehenden Beratung vereinbart. Im Anschluss legt der Senior-Expert-Doc® ein schriftliches Angebot vor. Dann beginnt die vereinbarte Beratungsphase.

Haben Sie Interesse an einer Beratung oder möchten Sie selbst Senior Expert Doc® werden? Hier können Sie unverbindlich beim Virchowbund anfragen.

* Name auf Wunsch des Senior Expert Docs® geändert

Bildquelle: © gettyImages/DjelicS

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