21. März 2019

TI-Anmeldung bis Ende März

Das müssen Praxisärzte jetzt wissen

Die Zeit läuft: Arzt- und Psychotherapeutenpraxen müssen bis zum 31. März 2019 die Technik für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur bestellt haben und dies nachweisen – sonst drohen Sanktionen. Erfahren Sie hier, was jetzt zu tun ist.1,2

Lesedauer: 3 Minuten

Der folgende Beitrag beruht auf Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). 1,2 Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Installationstermin schriftlich zusichern lassen

„Ärzte und Psychotherapeuten, die noch nicht an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sind, sollten in jedem Fall noch in diesem Monat bestellen und das Ergebnis der Bestellung auch an ihre Kassenärztliche Vereinigung (KV) melden“, sagt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Das gelte selbst dann, wenn der Anbieter zurzeit noch nicht in der Lage sei, alle Komponenten zu liefern oder fristgerecht Termine zu benennen.

Kriedel betont: „Nach unserer Auffassung ist in einem solchen Fall der Arzt oder Psychotherapeut definitiv von Sanktionen befreit, weil er seine Verpflichtungen aus dem Gesetz erfüllt hat.“

Frist verpasst: Diese Sanktionen sind möglich

Das Gesetz verpflichtet Ärzte und Psychotherapeuten zur Online-Prüfung und -aktualisierung der Versichertenstammdaten, dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Das ist die erste Anwendung, die eine Anbindung an die TI notwendig macht. Weitere, medizinische Anwendungen werden folgen, wie

  • der elektronische Medikationsplan,
  • das Notfalldatenmanagement
  • und das Erstellen und Hinterlegen von Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte.

Die Frist, bis zu der alle Praxen für das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) bereit sein sollen, ist der 30. Juni 2019.

Wichtig: Für das VSDM ist ein Anschluss an die TI zwingend erforderlich. Ohne VSDM droht Praxen ein Honorarabzug in Höhe von einem Prozent.

Anbindung an die TI: Das brauchen Sie

Für die Anbindung der Praxen an die TI sind verschiedene Komponenten notwendig, für die alle hohe Anforderungen an die Funktionalität und Sicherheit gelten. Deshalb dürfen zum Beispiel nur Konnektoren und Kartenterminals genutzt werden, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und von der gematik zugelassen sind. Diese Komponenten und Dienste benötigen Sie:

  • Konnektor – für die Anbindung der Praxis an die IT
  • E-Health- Kartenterminal – mindestens ein stationäres Gerät. Größere Praxen haben Anspruch auf mehr Geräte, Ärzte können ihre KV dazu ansprechen.
  • VPN-Zugangsdienst und Internetanschluss – zur Absicherung des Datenverkehrs, ein einfacher DSL-Anschluss ist ausreichend
  • elektronischer Praxisausweis (SMC-B) – für die Registrierung und Identifizierung als Praxis in der TI und gegenüber der eGK
  • Praxisverwaltungssystem (PVS) - Software-Update

Patienen benötigen eine elektronische Gesundheitskarte (eGK).

Finanzierung: Kassen müssen für Erstausstattungskosten aufkommen

Praxen müssen nicht selbst für die Anbindung an die TI aufkommen. Die Krankenkassen müssen die Kosten für die Erstausstattung der Praxen und den laufenden Betrieb übernehmen. Aktuell sind das 2.882 Euro für die Standardausstattung. Für den laufenden Betrieb kommen 248 Euro je Quartal hinzu. Der Praxisausweis wird mit 23,25 Euro je Quartal finanziert. Praxen erhalten die Pauschalen von ihrer KV.

Anspruch auf Kostenerstattung haben alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten. Es wird jede genehmigte Betriebs- und Nebenbetriebsstätte mit den nötigen Komponenten ausgestattet. Ausgelagerte Praxisstätten erhalten ein mobiles Kartenterminal. Über Details zur Finanzierung der Telematikinfrastuktur bietet die KBV hier weitere Informationen an.

7 Fragen an den Dienstleister

Ärzte und Psychotherapeuten sollten sich in Ruhe etwa mit ihrem Systemberater überlegen, welche Ausstattung für die Anbindung ihrer Praxis notwendig oder gewünscht ist. Liegt ein Angebot für die Anbindung der Praxis vor, gilt es Preise und Leistung genau zu überprüfen. Folgende Fragen können laut KBV nützlich sein:

7 wichtige Fragen an den Dienstleister

  • Wird das Angebot von den in der Finanzierungs-vereinbarung ausgehandelten Summen abgedeckt?
  • Werden nur die Dinge angeboten, die die Praxis wirklich benötigt oder wünscht?
  • Wie lange ist die Vertragslaufzeit?
  • Kann der Dienstleister rechtzeitig (vor dem 30. Juni 2019) installieren und das auch zusichern?
  • Geht das Angebot auf gegebenenfalls vorhandene Besonderheiten der Praxis wie zum Bespiel eine gemeinsame Nutzung der Komponenten als Praxisgemeinschaft ein?
  • Gibt es ein Sonderkündigungsrecht, zum Beispiel bei Aufgabe der Praxis?
  • Können die Komponenten und Verträge durch einen möglichen Praxisnachfolger übernommen werden?

Das Thema Telematik wirft bei Ärzten viele Fragen auf. Wichtige Antworten im Überblick. mehr

1. KBV, 14.03.2019: Einstieg in die Telematikinfrastruktur – Was ist jetzt zu beachten?

2. KBV: PraxisWissen, Februar 2019: Telematikinfrastruktur

Bild: © iStock.com/LeoWolfert

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG.

coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653