02. Mai 2019

Gutes Praxispersonal langfristig halten – Teil 2

Steuerfreie Zuwendungen an MFAs: 8 Tipps

Erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags vier weitere Möglichkeiten, um Mitarbeiter auch ohne Gehaltserhöhung langfristig an die Praxis zu binden.

Lesedauer: 2,5 Minuten

Redaktion: Dr. Nina Mörsch, Volker Stimmler

5. Fahrtkosten: Steuerfreies Jobticket seit 2019

Zuschüsse für Fahrten zwischen erster Tätigkeitsstätte und Wohnung können dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber im Rahmen einer 15 %igen Pauschalversteuerung erstattet werden und sind dann sozialversicherungsfrei. Diese Zahlungen sind begrenzt auf 0,30 € pro Entfernungskilometer. Möglich ist in diesem Rahmen auch ein monatliches Jobticket für den Arbeitnehmer.1 Das Ticket für den ÖPNV darf aber keine Jahreskarte sein, denn damit wäre die monatliche Freigrenze sicher überschritten. Sollte das Monatsticket die Freigrenze von 44 Euro überschreiten, bietet sich folgende Lösung an: In Absprache mit den Mitarbeitern behalten Sie 2 Euro des Lohns ein und übergeben dem Mitarbeiter das Ticket jeweils zum Monatsanfang. Wichtig: Der Mitarbeiter muss von Ihnen die Fahrkarte erhalten und keinen Barzuschuss!

Neben Gehaltserhöhung und Steuerbegünstigungen existieren eine Reihe weiterer Strategien, um engagierte Mitarbeiter zu halten. Mehr

6. Firmenfahrrad

Seit 2019 können Arbeitgeber ihren Angestellten ein betriebliches Fahrrad steuer- und beitragsfrei überlassen. Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung wird von der Steuer befreit (§ 3 Nr. 37 EStG), wenn Mitarbeiter das Firmenrad zusätzlich zum Lohn bekommen. Das gilt auch für ein Elektrofahrrad, das bis 25 Kilometer pro Stunde fährt. Die Steuerbefreiung ist zunächst bis Ende 2021 befristet. Der Arbeitnehmer darf sein Elektroauto oder E-Bike lohnsteuerfrei im Betrieb des Arbeitgebers aufladen. Das gilt auch für private Fahrzeuge.

7. Betreuungskosten für Kinder

Zuschüsse für bei den Kosten für Unterbringung und Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder (Kindergärten, Kitas, Tagesmütter) sind in unbegrenzter Höhe steuer- und sozialversicherungsfrei. Auch hier gilt: der Zuschuss muss zusätzlich zum Lohn gezahlt werden. Außerdem muss der Arbeitnehmer die Originalrechnung als Nachweis dem Arbeitgeber vorlegen. Schließlich könnte der Steuerpflichtige die Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben absetzen. Deshalb muss der Arbeitgeber seinen Zuschuss auf der Rechnung vermerken, damit der Mitarbeiter nur die selbst getragenen Kosten in seiner Steuererklärung angibt.

8. Gesundheitsförderung

Gesundheitsfördernde Maßnahmen sind pro Arbeitnehmer bis zu 500 € pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei, sofern sie zusätzlich zum Lohn gewährt werden, den allgemeinen Gesundheitszustand des Mitarbeiters verbessern und der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen. Mögliche Zuschüsse sind möglich für:

  • Yogakurse,
  • Wirbelsäulengymnastik,
  • Massagen,
  • Seminare zur Stressbewältigung,
  • Raucherentwöhnungskurse oder
  • Ernährungsseminare.

1. Finanztip: Steuerfreie Sachzuwendungen

2. Dr. med. Gunther Carl: Steuerbegünstigte Zusatzentlohnung: Gute Arzthelferinnen an die Praxis binden. Springer Medizin, Pädiatrie, Ausgabe 6/2018

Bild: © iStock.com/

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