23. Oktober 2020

Schweizer Praxisärzte: Gehalt und Personalzusammensetzung

Ergebnissen der letzten Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) zu Strukturdaten in Arztpraxen und ambulanten Zentren in der Schweiz zufolge hing das Gehalt der Praxisärzte Ende 2018 vom jeweiligen Tätigkeitsbereich ab. Laut diesen Ergebnissen beinhaltet das jüngere ärztliche Personal sowohl einen hohen Frauenanteil als auch einen großen Anteil an tätigen Ärzten, die im Ausland ausgebildet worden waren. 1,2

Lesedauer: 2 Minuten

Verdienst des ärztlichen Personals hängt vom Tätigkeitsbereich ab

Der Betriebsgewinn selbstständiger Ärzte an Standorten mit eigener Infrastruktur belief sich im Jahr 2018 im Median auf 153 000 CHF (etwa 143 000 €). Mit einem Median von 224 000 CHF (etwa 209 000 €) konnten die Fachärzte mit chirurgischer Tätigkeit den höchsten Gewinn verzeichnen, mit einer Gewinnmarge von 41%. Selbstständige Psychiater verdienten mit einem Mediangewinn von 105 000 CHF (etwa 100 000 €) am wenigsten.

Hinsichtlich der Betreuungskosten im Verhältnis zur Anzahl an Patientenkontakten verzeichnete die Fachmedizin ohne chirurgische Tätigkeit mit 190 CHF pro Kontakt (etwa 175 €, Medianwert) die höchsten Kosten. Mit einem Medianbetrag von 80 CHF pro Konsultation (etwa 75 €) lagen die Betreuungskosten der selbstständigen Ärzte der medizinischen Grundversorgung wesentlich niedriger. 1,2

Großteil des jungen ärztlichen Personals ist weiblich

Ende 2018 betrug der Frauenanteil des gesamten ärztlichen Personals rund 40%. Dieser Anteil wird größer, je jünger die betrachtete Altersgruppe ist: So betrug der Frauenanteil im Bereich der 35- bis 39-Jährigen über 60%, wohingegen die Altersgruppe der 60- bis 64-jährigen lediglich 28% weiblichen Anteil verzeichnen konnte. Über alle Alterssegmente hinweg zeigt sich ein intergeschlechtlicher Unterschied im Beschäftigungsgrad der Ärzte: Während Frauen im Schnitt bei 65% lagen, wiesen ihre männlichen Kollegen 77% Beschäftigung vor. Hierbei entspricht der Referenzwert von 100% einer Tätigkeit mit durchschnittlich fünf Arbeitstagen pro Woche. 1,2

Anteil ausländischer Ärzte ist standortabhängig

Des Weiteren zeigen die Daten des BFS einen Anteil von über 20% an ausländischen Ärzten an Standorten von Arztpraxen mit eigener Infrastruktur. Außerdem hatte 30% des gesamten ärztlichen Personals das erste Arztdiplom im Ausland, meist in einem Nachbarland der Schweiz, erworben. Im Vergleich zu Ärzten die ihre Ausbildung in der Schweiz absolviert hatten lag ihr Altersdurchschnitt Ende 2018 mit 51 Jahren in einem ähnlichen Bereich.

Dabei ist der Anteil an Ärzten mit im Ausland erworbenem Arztdiplom je nach Standort sehr heterogen. An 27% der Schweizer Standorte mit eigener Infrastruktur, an denen der Patientenkontakt stattfindet, besaß mindestens die Hälfte des ärztlichen Personals einen ausländischen Erstabschluss. Dabei gibt es jedoch teilweise große regionale Unterschiede hinsichtlich des Anteils an beschäftigtem Personal mit ausländischem Abschluss: 1,2

  • Ostschweiz 41%
  • Zentralschweiz 36%
  • Kanton Tessin 32%
  • Kanton Zürich und Nordwestschweiz 27%
  • Espace Mittelland und Genfersee Region 22%

  1. Bundesamt für Statistik, Medienmitteilung: 2018 waren über 60% des ärztlichen Personals unter 40 Jahren Frauen. 02.10.2020.
  2. Medinside: So viel verdienen Ärztinnen und Ärzte in ihren Praxen. 02.10.2020.

Bildquelle: © Getty Images / FJZEA

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