09. Juni 2021

Schweizer Ärztestatistik 2020

Zahlen & Fakten zu Ärzten in der Schweiz

Wie viele Ärztinnen und Ärzte arbeiten in der Schweiz – und wie viele davon stammen aus Deutschland? Wie sieht die Altersstruktur aus und wie hoch ist der Frauenanteil? Die Antworten liefert die aktuelle Ärztestatistik der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH).

Lesedauer: 3 Minuten

Der folgende Beitrag basiert auf der FMH-Ärztestatistik 2020. Redaktion: Marc Fröhling

Gesamtzahl der Schweizer Ärzteschaft: Frauenquote weiter gestiegen

Im Jahr 2020 waren in der Schweiz 38.502 Ärztinnen und Ärzte berufstätig bei einem weiter gestiegenen Frauenanteil von nun 43.9%. Zum Vergleich: in Deutschland betrug der Frauenanteil an der Gesamtärzteschaft im Jahr 2020 47.6%.
Im Vergleich zum Vorjahr hat die Gesamtzahl der in der Schweiz tätigen Ärztinnen und Ärzte um 620 Personen zugenommen, was einem Plus von 1.6% entspricht. Damit fällt die Zunahme wieder deutlich höher aus als im Vorjahr (357 Personen). Zwischen 2010 und 2020 bedeutet dies einen Zuwachs um 27%.

52.7% der Ärztinnen und Ärzte waren 2020 hauptberuflich in einer Praxis tätig. Im Kliniksektor arbeiteten 45.7%. 1.6% der Ärztinnen und Ärzte übten eine Tätigkeit außerhalb des Praxis- und Kliniksektors aus. Dabei waren deutlich mehr Männer (59.8%) als Frauen (41.2%) in den Praxen tätig. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

Ärztestatistik 2020: Zahlen & Fakten zu Deutschlands Ärzten
Die aktuelle Ärztestatistik der Bundesärztekammer bestätigt deutlich das Altersproblem der deutschen Ärzteschaft. Der Anteil junger Ärzte stagniert weiter. Vorteilhaft wirkt sich im Coronajahr dagegen der gesunkene Anteil abwandernder Ärzte aus. Zum Beitrag >>

Die beliebtesten Fachgebiete & Arztdichte in der Schweiz

Die Allgemeine Innere Medizin [Anm. der Redaktion: Seit 2011 ersetzt in der Schweiz dieser Facharzttitel die bisherigen Titel „Allgemeinmedizin“ und „Innere Medizin“] ist unter allen berufstätigen Schweizer Ärztinnen und Ärzten von den 46 möglichen Fachgebieten das am häufigsten vertretene (22%). An zweiter Stelle liegt die Psychiatrie und Psychotherapie (10%), gefolgt von der Kinder- und Jugendmedizin (5%) und der Gynäkologie und Geburtshilfe (5%).

Deutliche Unterschiede bei den Geschlechtern gibt es nach wie vor in den chirurgischen Disziplinen: Rund drei Viertel aller im Fachgebiet Chirurgie Tätigen sind männlich, in der Thoraxchirurgie und der Orthopädischen Chirurgie liegt dieser Wert bei über 90 %. Eine hohe Frauenquote herrscht dagegen in der Gynäkologie und Geburtshilfe (65%), der Kinder- und Jugendmedizin (64.7%) und der Rechtsmedizin (58%).

Im Jahr 2019 kamen in der Schweiz auf eine Person im ärztlichen Dienst 222 gemeldete Personen, im Jahr 2012 waren es noch 252. Im Praxissektor waren dies 2019 421 gemeldete Personen pro Ärztin oder Arzt – 2012 waren es noch 475. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

Durchschnittsalter der Ärzteschaft stagniert

Abb. 1: Durchschnittsalter Schweizer Ärztinnen und Ärzte.

Das Durchschnittalter der in der Schweiz tätigen Ärztinnen (46,4 Jahre) und Ärzte (52,7 Jahre), lag im Jahr 2020 nahezu unverändert bei 50 Jahren. Das im Praxissektor tätige ärztliche Personal ist durchschnittlich rund 11 Jahre älter als das Kollegium im Klinikbereich. (55 Jahre gegenüber 44 Jahre). Dieser Unterschied im Durchschnittsalter ist hauptsächlich auf die Weiterbildung der assistierenden Ärzteschaft zurückzuführen, welche vorwiegend in den Kliniken absolviert wird.

Ausländische Fachkräfte: Großteil stammt aus Deutschland

Abb. 2: Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz.
Abb. 2: Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz.

14.386 (37,4%) der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz stammen aus dem Ausland beziehungsweise besitzen ein ausländisches Arztdiplom. Im Vergleich zum Vorjahr (36.3%), ist ihr Anteil weiter angestiegen (+1.1%). Im Praxissektor beträgt der Anteil der Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland derzeit 34.5%, im Kliniksektor 40.5%.

Abb. 3: Herkunftsländer ausländischer Arztinnen und Ärzte in der Schweiz.

Der Großteil des ärztlichen Fachpersonals aus dem Ausland stammt nach wie vor aus Deutschland (52.6%), gefolgt von Italien (9.1%), Frankreich (7.1%) und Österreich (6.0%).

1. FMH-Ärztestatistik 2020: Online-Abfragetool der FMH-Ärztestatistik.
2. Hostettler, Stefanie; Kraft, Esther: FMH-Ärztestatistik 2020 – die Schweiz im Ländervergleich. Schweizer Ärztezeitung; 2021.
3. FMH-Medienmitteilung: FMH-Ärztestatistik 2020: Den Ressourcen Sorge tragen. Bern, 24. März 2021.
Titelbild: © Getty Images/ADragan.

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