07. Dezember 2018

Private Begegnung mit Patienten: Verhaltenstipps Ihrer Kollegen

Zu Begegnungen mit Patienten kann es auch im Privatleben kommen. Problematisch wird es dann, wenn in der Freizeit um ärztlichen Rat gebeten wird. Erfahren Sie hier, wie Ihre Kollegen mit solchen Situation umgehen.

Lesedauer: 3 Minuten

Der folgende Beitrag basiert auf zwei Forumsfragen: Auf der von mariela” eingestellten Debatte über den „Umgang mit Patienten/innen im halböffentlichen Raum“ und der von der coliquio-Redaktion angeregten Diskussion zur „Sprechstunde an der Käsetheke“. Redaktionelle Umsetzung: Marc Fröhling

Zufällige Begegnung: Wie wird gegrüßt?

Steht man beim Stadtbummel oder dem Sonntagsspaziergang unvermittelt vor einem Patienten, rät Augenarzt „gerkien” nach alter Schule zu einem kurzen, unverbindlichen Gruß und nichts weiter. „Außerhalb der Praxis wird grundsätzlich nichts zum Metier geredet. Die Schweigepflicht ist absolut bis in die Familie.“

Vor allem für Kollegen aus der Psychologischen Psychotherapie scheint es hilfreich zu sein, mit den Patienten bereits zu Therapiebeginn klare Regeln über eine mögliche Begegnung außerhalb der Praxis zu vereinbaren, um so mögliche Schwierigkeiten zu vermeiden. So bespricht „dawn mit ihren Patienten, diese nur dann nicht zu grüßen, wenn sie gerade in Gedanken sei. Dagegen hat „netepp” die Regel vereinbart, nur dann zurückzugrüßen, wenn die Patienten sie zuerst grüßen.

Um gar nicht erst in eine solche Situation zu geraten, hat „waterproof” auch schon Notlügen getätigt, um nicht erkannt zu werden. Auch eine Kollegin von „urmayr” fuhr extra drei Dörfer weiter zu einem Saunabesuch, um dort letzten Endes doch auf einen ihrer Patienten zu treffen. Hier hat „joawint” eine andere Meinung und möchte sich in ihrer Freiheit nicht einschränken lassen: „Warum sollte ich mich vor meinen Patienten verstecken? Das wird ja immer schöner.”

Grenze überschritten: Behandlungwunsch in der Öffentlichkeit

Laut Praxisinhaber „thatsme” kennt wohl jeder Arzt das Gefühl, außerhalb der Sprechzeiten angesprochen zu werden, vor allen Dingen die Kollegen, die auf dem Land tätig sind.  Nach „bendo01″ sollte man sich dieses Risiko bei einer Niederlassung im Wohnort bewusst machen oder andernfalls bereit sein, etwa für den Einkauf, weitere Strecken in Kauf zu nehmen – sofern man sich daran stört.

Die besonderen Erlebnisse Ihrer Kollegen haben wir in der folgenden Bildergalerie für Sie aufbereitet.

„Dann machen Sie sich doch mal frei!”

Hier geben die Kollegen eine Reihe guter Tipps an die Hand. Allgemein scheint man hierbei am besten mit höflicher Konsequenz zu fahren – doch auch eine Portion Humor schadet nicht. „synapse1947″ befolgt den Rat seines Vorgängers und bittet Patienten, die von ihm in der Öffentlichkeit behandelt werden wollen, doch einmal die Zunge herauszustrecken und „Ahhhh“ zu sagen.

Eine Variante davon ist, dem Patienten zu entgegnen, sich doch mal frei zu machen. Bei einem solchen Vorgehen hätte man humorvoll den Patienten darauf hingewiesen, dass er in diesem Fall zu weit gegangen ist und stoße hierauf in aller Regel auf Verständnis.

Auch „follein_cortex” hat Tipps auf Lager: So solle man dem Bittsteller gegenüber konsequent auf seine Freizeit hinweisen und die Beratung auf die Klinik und die Station zu verschieben. Wenn alles nichts hilft, wird Umdrehen und Weglaufen empfohlen. „tomtulpe” kommt in solchen Situationen immer in den Sinn, nach bester Loriot- oder Hallervorden-Manier zu rufen: „Waaas, doch kein Tripper?“

Was, wenn doch ein echter Notfall vorliegt?

Natürlich gibt es im Gegensatz zu den genannten Situationen auch Notfälle, in denen wirklich dringend das Handeln eines Arztes gefragt ist. Palliativmediziner „jordan” ist hier konsequent und rät in Notfällen immer dazu, die Notrufnummer zu wählen.

Auch „zaunreiterin” hat während ihrer Landarzttätigkeit die Abgrenzung zum Patienten in ihrer Freizeit konsequent eingehalten. Einmal hatte sie jedoch einen Schutzengel, als sie außerhalb ihrer Dienstzeit zu einem fiebrigen Kind gebeten wurde, was sich dann als echter Notfall herausstellte und durch ihr Handeln noch rechtzeitig in ein Krankenhaus übergeben werden konnte.

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1. coliquio-Thread vom 26. Juli 2017: „Sprechstunde an der Käsetheke: Was haben Sie schon erlebt?”
2. coliquio-Thread vom 21.Novemer 2018: „Umgang mit Patienten/innen im halböffentlichen Raum”

Titelbild: © iStock.com/georgeclerk
Bildergalerie:
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