11. Januar 2022

Pandemie & neue Ampelkoalition treiben Preise

Gute Zeiten für Praxisabgebende: Darauf sollten Sie jetzt achten

Die Zahl der Investoren im Healthcare-Bereich steigt seit Jahren, insbesondere wenn es um den Kauf von Arztpraxen geht. Worauf Praxisabgebende bei den Verhandlungen mit Investoren achten sollten.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag wird vertreten von Stefanie Pranschke-Schade, Fachanwältin für Medizinrecht. Redaktion: Sebastian Schmidt

Pandemie sorgt für attraktives Investitionsumfeld

Für Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen ist das interessant: Egal ob Praxisabgabe im Laborbereich, in der Dialyse, der Endokrinologie, in der operativen Augenheilkunde oder der Pathologie, die Nachfrage ist da. Aber auch in weiteren Fächern könnte das Interesse von Investoren stärker werden. Ein Stück Motivation für Investoren entsteht nämlich durch die Pandemie. Die hat gezeigt, dass der Markt absolut stabil bleibt oder sogar leicht expandiert. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Preise bei der Veräußerung von Arztpraxen. Sie werden wohl nicht sinken, sondern noch weiter steigen.

Ampel-Koalition unterstützt ambulante Versorgung

Die Ampel-Koalition gibt das ihre dazu, indem sie klar äußert, dass sie den Weg hin zur ambulanten Versorgung stützen und auch finanziell ausstatten wird. Damit wird die Investition von Krankenhäusern in die Weiterentwicklung von selbst betriebenen MVZ zur Überlebensgarantie, auch für die Versorgung der Patientinnen und Patienten in ländlichen Gebieten. Mit der Übernahme einer Praxis und der Umwandlung in ein MVZ ist häufig auch die Weiterarbeit des früheren Praxisinhabers als Angestellter verbunden. Der Vorteil: Dieses Vorgehen garantiert die unproblematische Weiterführung der Praxis auf hohem ärztlichem Niveau und das im Interesse der Behandelten und der Investoren.

Auf das erste Gespräch kommt es an

Für Praxisabgebende, die häufig auch noch angestellte Ärztinnen und Ärzte mit in den Übertragungsprozess einbinden, stellen sich häufig Fragen über Fragen, die beantwortet werden müssen. Schon der erste Kontakt mit einem Krankenhaus oder den Rechtsanwälten des Investors ist da häufig entscheidend. Denn in diesem Kontakt werden die Grundlagen für vertrauensvolle Verhandlungsgespräche und einen erfolgreichen Vertragsabschluss gelegt. Es empfiehlt sich deshalb, rechtzeitig das Projekt der Praxisabgabe mit den Beratenden des Vertrauens zu besprechen, um sich auf die verschiedenen Situationen vorbereiten zu können. Worauf es dann ebenfalls ankommt: Laufenden Verträge und aktuelle Gewinn- und Verlustrechnungen prüfen, um auch dem Wunsch nach Überprüfung des Kaufpreises anhand einer „Due Diligence“ qualifiziert zu begegnen.

Ein „letter of intent“ lohnt

Es empfiehlt sich bereits sich im Vorfeld mit der Planung der Verhandlungen zu beschäftigen. In dieser Planung ist der Abschluss eines letter of intent (LOI), die regulatorischen Voraussetzungen bei der Praxisabgabe, insbesondere die Übertragung der Zulassung(en), die Absicherung des Kaufpreises und optional der Anstellungsvertrag zu berücksichtigen.

Online-Seminar: Praxisabgabe an Investoren?

Die Rechtsanwaltskanzlei „Broglie, Schade & Partner GbR” veranstaltet am 12. Januar 2021 von 18 bis 19.30 Uhr ein Online-Seminar für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Das Online-Seminar soll einen Eindruck geben, was bei den Verhandlungen und bei der Vertragsgestaltung mit Investoren beachtet werden sollte.

Die Experten gehen im Seminar im Detail auf die Bedeutung der Käuferanalyse, die Nützlichkeit des Abschlusses eines Letter of Intent (LOI), die Kaufpreisermittlung und wichtige Vertragsinhalte im Kaufvertrag ein.

Bildquelle: © Getty Images / sturti

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