01. Juli 2020

Neuerungen ab 1. Juli

Indikationserweiterungen und neue Formulare

Erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags, welche Änderungen für Ärzte in Niederlassung ab 1. Juli gelten.

Lesedauer: 2 Minuten

Quellen: Ärztezeitung, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Bundespsychotherapeutenkammer. Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Indikationserweiterungen ab 1. Juli

Podologie ab Juli bei weiteren Indikationen: Ärzte können ab Juli auch bei Neuropathien und Querschnittssyndrom eine Podologie verordnen, wenn beispielsweise einer der folgenden klinischen Befunde einer autonomen Schädigung vorliegt: Hauttrockenheit (An-/Hypohidrose), Veränderung des Haarwachstums (An-/Hypotrichose), Verfärbungen der Haut an oder Ulzerationen in den unteren Extremitäten.1

Nierenersatztherapie: Zuschlag für Dokumentationsaufwand: Für den Dokumentationsaufwand zur Qualitätssicherung bei der Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen können Vertragsärzte ab 1. Juli einen Zuschlag abrechnen. Die Dokumentationsleistung wird als Gebührenordnungsposition (GOP) 13603 in den EBM-Abschnitt für Nephrologie und Dialyse (Fachärzte für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung „Nephrologie“ und/oder für Vertragsärzte mit einer Genehmigung für Blutreinigungsverfahren) sowie als GOP 04567 (Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Nephrologie) in den EBM-Abschnitt für pädiatrische Nephrologie und Dialyse aufgenommen. 1

Systemische Therapie startet jetzt: Die Systemische Therapie für Erwachsene startet wie geplant am 1. Juli und ergänzt als viertes Richtlinien-Verfahren das psychotherapeutische Behandlungsangebot in Deutschland. Für die Abrechnung wurden neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Einzel- und Gruppentherapie in das Kapitel 35 aufgenommen. Für eine Genehmigung weisen Ärzte ihre Fachkunde in Systemischer Therapie bei Erwachsenen in der Regel mit einem Weiterbildungszeugnis nach, Psychologische Psychotherapeuten mit einem Approbationszeugnis beziehungsweise über die entsprechende Zusatzbezeichnung.1

Psychotherapeutische Akutbehandlung: Für die Akutbehandlung (GOP 35152), die dazu dient, Patienten auf eine Psychotherapie vorzubereiten, stehen ab sofort sechs Sitzungen à 25 Minuten mehr zur Verfügung, also 30 statt bisher 24, wenn Bezugspersonen mit in die Akutbehandlung von Kindern und Jugendlichen sowie von Menschen mit geistiger Behinderung (ICD-10-GM: F70-F79) einbezogen werden. 1,4

Arzneimitteldaten: 14-tägliches Update der Verordnungssoftware

Die Arzneimitteldaten in der Verordnungssoftware werden ab 1. Juli nicht mehr monatlich, sondern alle zwei Wochen aktualisiert. Dazu wird den Ärzten ein entsprechendes Update zur Verfügung gestellt. Das Update erfolgt alle zwei Wochen in der Regel jeweils zum 1. und 15. eines Monats. Die Aktualisierung kann sowohl online als auch mittels eines Datenträgers erfolgen.

Neue Formulare ab 1. Juli

Für die Verordnung einer Krankenbeförderung: Das Verordnungsformular für die Krankenbeförderung ändert sich zum 1. Juli. Praxen sollten rechtzeitig neue Formulare bestellen, die bisherigen dürfen nicht aufgebraucht werden. Das neue Formular ist auch in der Praxissoftware hinterlegt.

Konkret geht es um Fahrten zur ambulanten Behandlung mit dem Taxi oder Mietwagen für Patienten mit Pflegegrad 4 oder 5, mit Pflegegrad 3 und dauerhafter Mobilitätsbeeinträchtigung sowie schwerbehinderte Patienten (Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“)

Für die Psychotherapie: Mit der Einführung der Systemischen Therapie als viertes Richtlinienverfahren wurden auch alle Formblätter überarbeitet. Ab dem 1. Juli dürfen nur noch die neuen Formblätter verwendet werden. Das Formblatt PTV 12 ist künftig ausschließlich für die Anzeige einer Akutbehandlung vorgesehen.

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