14. Januar 2022

Teil 2

Neuerungen 2022: Das ändert sich für Ärztinnen und Ärzte

Erfahren Sie hier weitere Änderungen aus dem Bereich Gesundheit, die seit 1. Januar gelten und erhalten Sie auch einen Überblick über relevante Neuregelungen bei Steuer und Finanzen.

Lesedauer: 3 Minuten

Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Vergütung für Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Eingriffen geregelt

Für das Zweitmeinungsverfahren vor planbaren Eingriffen an der Wirbelsäule ist jetzt die Vergütung im EBM geregelt worden. Damit können auch Ärztinnen und Ärzte der Anästhesiologie, Neurologie und Neurochirurgie die Aufklärung und Beratung ab 1. Januar abrechnen. Einen entsprechenden Beschluss hat der ergänzte Bewertungsausschuss gefasst.

Weitere Indikationen für 2022 geplant
Der Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung soll in diesem Jahr um zwei Indikationen erweitert werden: Die Implantation eines Defibrillators beziehungsweise eines Herzschrittmachers sowie um die elektrophysiologische Untersuchung und Ablation. Bisher besteht bei 6 planbaren Eingriffen Anspruch auf eine Zweitmeinung: Mandeloperationen (Tonsillektomie, Tonsillotomie), Gebärmutterentfernungen, arthroskopische Eingriffe an der Schulter, Amputationen beim diabetischen Fußsyndrom, Implantationen einer Knieendoprothese sowie Operationen an der Wirbelsäule. Zur Richtlinie zur ärztlichen Zweitmeinung.

Neues zum Qualitätssicherungsverfahren Wundinfektionen

Am 1. Januar ist erneut die einrichtungsbezogene Dokumentation des sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahrens Wundinfektionen gestartet. Das Verfahren war vom Gemeinsamen Bundesausschuss für ein Jahr ausgesetzt worden. Operierende Ärztinnen und Ärzte, die sogenannte Tracer-Eingriffe – das heißt vordefinierte Eingriffe und Operationen – durchführen, müssen zur Qualitätssicherung im Verfahren „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI)“ jährlich ihr Hygiene- und Infektionsmanagement dokumentieren. Abgabefrist für die Qualitätssicherungsdokumentation zum Erfassungsjahr 2021 ist der 28. Februar 2022.

Anhang 2 zum EBM zum 1. Januar aktualisiert

Das Verzeichnis der operativen Prozeduren im Anhang 2 zum EBM wurde zu Jahresbeginn an die aktuelle Version des Operationen- und Prozedurenschlüssels angepasst. Darüber hinaus wurden in den Anhang 2 zum EBM einige weitere OPS-Kodes aufgenommen. Der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) zur Kodierung von ambulanten und belegärztlichen Operationen wird jährlich durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aktualisiert.

Abrechnung und Verordnung

Start der Kodierunterstützung für Praxen
Praxen erhalten ab Januar 2022 Unterstützung beim Verschlüsseln von Diagnosen, um die Kodierqualität zu erhöhen. Die Software wird von den Herstellern der jeweiligen Privatärztlichen Verrechnungsstelle (PVS) implementiert. Die Hilfe wird so in die Praxissoftware eingebunden und steht Ärzten und Psychotherapeuten direkt beim Kodieren zur Verfügung. Damit kommt die KBV einem Auftrag des Terminservice- und Versorgungsgesetzes nach. Das bedeutet aber keine neuen Kodierregelungen. Das Instrument soll vielmehr helfen, die vorhandenen, aber zum Teil komplizierten Regelungen der ICD-10-GM besser anzuwenden.

Orientierungswert um 1,275 Prozent gestiegen
Der Orientierungswert wurde zum 1. Januar auf 11,2662 Cent angehoben (alt: 11,1244 Cent). Damit steigen die Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen um 1,275 Prozent. Dies entspricht einer Anhebung der Vergütung von rund 540 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 60 Millionen Euro infolge der Veränderungsraten der Morbidität und Demografie.

Mehr Geld für BG-Gutachten
In der gesetzlichen Unfallversicherung steigen zu Jahresbeginn die Gebühren für Gutachten um bis zu 20 Prozent. Damit können Ärzte unter anderem höhere Gebühren für Rentengutachten und freie Gutachten abrechnen. Details zu den neuen Gebühren erläutert die KBV.

Krankschreibung per Video jetzt bei allen Patienten möglich
Ärztinnen und Ärzte können in der Videosprechstunde jetzt auch diejenigen krankschreiben, die zuvor noch nicht in der Praxis waren. Bis Jahresende war dies nur bei praxisbekannten Personen möglich. Einen Unterschied gibt es bei der Dauer, erklärt die KBV: Für Patientinnen und Patienten, die in der Arztpraxis unbekannt sind, ist eine erstmalige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nur für bis zu drei Kalendertage möglich. Für bekannte Patienten bleibt es bei bis zu sieben Kalendertagen. Danach ist bei allen Versicherten für eine Folgebescheinigung ein persönlicher Praxisbesuch erforderlich.

Betriebliche Altersvorsorge

Ab 2022 müssen Arbeitgebende die Entgeltumwandlung finanziell unterstützen. Das gilt auch, wenn sie nicht den MFA-Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge nutzen. Weitere Informationen lesen Sie im Beitrag “Ärzte müssen ab 2022 die Entgeltumwandlung finanziell unterstützen”

Steuern 2022: Das ändert sich für Ärztinnen und Ärzte
Auch im Bereich Steuern und Finanzen ändert sich einiges im neuen Jahr. Wir haben für Sie einen Überblick über wichtige Steuer-Änderungen für Ärztinnen und Ärzte. Zum Beitrag >>

Bilder: © GettyImages/southtownboy, GAM 1983, courtneyk, syahrir maulana

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