14. Januar 2022

Neuerungen 2022: Das ändert sich für Ärztinnen und Ärzte

Mit Start des neuen Jahres sind wieder einige Änderungen im Bereich Gesundheit in Kraft getreten, die für Ärztinnen und Ärzte in Praxis und Klinik relevant sein können. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl wichtiger Neuregelungen vor.

Lesedauer: 3 Minuten

Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Für Gesundheitspersonal: Nachweisfrist für Masernschutz & Corona-Impfpflicht

Nach dem im Jahr 2020 in Kraft getretenes Masernschutzgesetz muss medizinisches Praxispersonal, das nach dem 1. März 2020 eingestellt wurde, einen ausreichenden Impfschutz gemäß STIKO-Empfehlung bzw. eine Immunität gegen Masern nachweisen. Für Mitarbeitende, die schon länger beschäftigt waren, galt zunächst eine Übergangsfrist, die jetzt ein weiteres Mal auf den 31. Juli 2022 verlängert wurde. 

So müssen etwa Praxisinhabende von nun an, die Immunität gegen Masern für das gesamte bestehende Praxispersonal gegenüber dem Gesundheitsamt nachweisen können und nicht geimpfte Personen aktiv melden. Das Gesundheitsamt kann nichtgeimpfte Personen zur Beratung vorladen, sie zur Impfung auffordern und bei Weigerung Geldbußen oder sogar ein vorläufiges Berufsausübungsverbot verhängen. Praxisinhabende dürfen solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr beschäftigen. Mehr dazu lesen Sie hier >>

Da die STIKO für die Personen, die vor dem 01.01.1971 geboren sind, die Masernimpfung nicht empfiehlt, haben diese auch keine entsprechenden Nachweise zu erbringen. Die KBV bietet weitere Informationen zum Thema in einer Praxisinformation.

Corona-Impfpflicht
Ab dem 15. März gilt für Beschäftigte in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sowie in weiteren Einrichtungen des Gesundheitswesens eine Corona-Impfpflicht. Danach müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitgebenden bis dahin einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. Wer ab dem 16. März neu eingestellt wird, muss den Impfnachweis vor Antritt seiner Tätigkeit erbringen.

Praxen erhalten Zuschlag für allgemeinen Hygieneaufwand

Alle Haus- und Fachärzte erhalten bei direktem Patientenkontakt seit Januar einen Hygienezuschlag. Das hat der Erweiterte Bewertungsausschuss entschieden – gegen die Stimmen der Krankenkassen.

Die Zuschläge zu den Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen sollen die gestiegenen allgemeinen Hygienekosten abfedern. Die Krankenkassen müssen dafür im kommenden Jahr 98 Millionen Euro bereitstellen. Pro Praxis ergibt sich demnach ein Zuschlag von zwei Punkten (rund 22,5 Cent), der ab Januar zu jeder Grund-, Versicherten- und Konsiliarpauschale gezahlt wird. Ausgenommen sind Fälle, die ausschließlich über Videokontakte stattfinden. Der Zuschlag ist für alle Fachgruppen einheitlich, da sich die allgemeinen Hygienekosten je Behandlungsfall nur unwesentlich unterscheiden.

Corona-Sonderregeln

Angesichts der hohen Infektionszahlen hat der Gemeinsame Bundesausschuss viele Corona-Sonderregelungen bis 31. März verlängert. Weiterhin aufrecht sind u. a. die Regeln zu Telefon-AU, Folgeverordnungen, Krankentransporten, Videosprechstunden, Entlassmanagement und zu den U6-U9-Untersuchungen. Mehr dazu lesen Sie beim Virchowbund.

Digitalisierung

E-Rezept: Testphase verlängert
Zum 1. Januar hätte eigentlich das E-Rezept eingeführt werden sollen – der flächendeckende Start wurde aber kurzfristig verschoben. Stattdessen hat das Bundesgesundheitsministerium den Testlauf verlängert. Ein neuer Termin, ab dem die Pflicht greift, steht noch nicht fest. Arztpraxen können vorerst weiterhin Arzneimittel auf dem Papierrezept verordnen.

Elektronische AU-Bescheinigung
Auch Krankschreibungen können Arztpraxen über den 1. Januar hinaus auf Papier ausstellen, wenn die notwendigen technischen Voraussetzungen für die eAU noch nicht zur Verfügung stehen. Die KBV rät Ärztinnen und Ärzten, schnellstmöglich auf die neuen digitalen Verfahren zu wechseln und die Software-Updates für beide Anwendungen zu installieren.

Neue GOP für Erstbefüllung der ePA ab 1. Januar im EBM
Seit Anfang letzten Jahres steht die elektronische Patientenakte ePA allen gesetzlich Versicherten zur Verfügung. Die Befüllung der ePA wird auch im kommenden Jahr mit rund 10 Euro (GOP 01648 „Sektorenübergreifende Erstbefüllung einer elektronischen Patientenakte“, 89 Punkte) honoriert. Die GOP 01648 kann nur einmal je Versicherten angesetzt werden und ist im Behandlungsfall nicht neben der GOP 01647 („Zusatzpauschale ePA-Unterstützungsleistung“, 1,67 Euro) berechnungsfähig. Weitere Informationen zur Abrechnung bietet die KBV.

IT-Sicherheitsrichtlinie
Die Bedrohung für IT-Systeme im Gesundheitswesen steigt mit jedem Tag – das hat auch der jüngste Angriff auf mediatixx gezeigt. Am 1.1.2021 tritt die zweite Stufe der IT-Sicherheitsrichtlinie in Kraft. Was alle Praxen jetzt umsetzen müssen, lesen Sie hier

Einheitliche Ausbildung für Assistenzberufe im OP und in der Anästhesie

Für die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin und zum Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) und über die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin und zum Operationstechnischen Assistenten (OTA) gelten erstmals bundesweit einheitliche Regelungen. Damit werden die Weiterentwicklungen der komplexen Aufgabenstellungen und das breite Tätigkeitsspektrum dieser Fachberufe aufgegriffen.

Weitere Änderungen bei Abrechnung, Zweitmeinung, Verordnungen und Steuern erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags.

Titelbild: © GettyImages/Zerbor, guenterguni, miriam doerr, Antonio_Diaz

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG.

coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigter Geschäftsführer:
Jeremy Schneider, Blake DeSimone
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653