03. Januar 2020

Neuerungen 2020: Das ändert sich für Ärzte

Das neue Jahr bringt einige Änderungen im Bereich Gesundheit und Pflege mit sich, die für Ärzte in Praxis und Klinik relevant sein können. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl wichtiger Neuregelungen vor.

Lesedauer: 3,5 Minuten

Die folgenden Informationen hat Dr. Nina Mörsch für Sie zusammengestellt.

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs: Neues Programm startet

Am 1. Januar startet das organisierte Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen. Die etablierte bestehende Früherkennung soll entsprechend den Vorgaben des Krebsfrüherkennungs -und Registergesetzes umgestaltet werden. Neu ist unter anderem, dass anspruchsberechtigte Frauen regelmäßig Einladungen zu den Untersuchungen erhalten, die Screening-Intervalle angepasst werden und das Programm umfassend evaluiert werden soll. Einzelheiten zur Vergütung erläutert die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Die dafür geplante elektronische Dokumentation durch die Vertragsärzte wird allerdings vorerst ausgesetzt. (Mehr dazu lesen Sie hier >>)

Darmkrebsfrüherkennung: Neue Dokumentationsvorgaben

Für die Darmkrebsfrüherkennung gelten ab dem 1. Januar 2020 neue Dokumentationsvorgaben.1 Inhaltlich unterscheidet sich die Dokumentation von der bisherigen nur wenig. Neu ist beispielsweise, dass nun auch serratierte Adenome erfasst werden müssen. Hierzu werden jedoch Anpassungen in der Praxissoftware nötig sein.

Neu für Laborärzte, die immunologische Tests auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) durchführen, ist unter anderem, dass sie die Daten ab Januar patientenbezogen erfassen und übermitteln. Auch hierfür wurden vom IQTiG Software-Spezifikationen bereitgestellt. Dafür entfallen die Quartalsberichte.

Ab März: Masernimpfpflicht – auch für Gesundheitspersonal

Zum besseren Schutz vor Masern hat der Bundestag ein Gesetz für eine Impfpflicht beschlossen. Es soll zum 1. März 2020 in Kraft treten. Eltern müssen dann vor der Aufnahme ihrer Kinder in Kitas oder Schulen nachweisen, dass diese geimpft sind. Für Kinder, die schon zur Kita oder in die Schule gehen, muss der Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erfolgen. Bei Verstößen drohen bis zu 2.500 Euro Bußgeld. Die Impfpflicht gilt auch für Personal in medizinischen Einrichtungen.

Apps auf Rezept und Digitales: Gesetz in Kraft

Ärzte können in Zukunft aufgrund des „Digitale Versorgung-Gesetz”, das am 19.12.2019 in Kraft getreten ist, digitale Anwendungen, beispielsweise Tagebücher für Diabetiker oder Apps für Menschen mit Bluthochdruck verschreiben. Voraussetzung dafür ist, dass die digitalen Gesundheitsanwendungen als Medizinprodukt der Kasse I oder IIa zugelassen sind und dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sie nach einer ersten Prüfung auf Sicherheit und Qualität – dazu gehört auch Datenschutz – auf eine Liste der verordnungsfähigen Anwendungen gesetzt hat.

Die Hersteller müssen dann innerhalb eines Jahres den Nutzen der Anwendungen nachweisen. Es wird damit gerechnet, dass die ersten Apps Ende des zweiten oder Anfang des dritten Quartals für die Versorgung von Kassenpatienten bereitstehen.

Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Beitrag Digitale-Versorgung-Gesetz: Das kommt auf Niedergelassene zu

Medizinischer Dienst wird von Krankenkassen abgetrennt

Die Medizinischen Dienste, die im Auftrag der Krankenkassen tätig werden, werden alle zu eigenständigen Körperschaften des öffentlichen Rechts. Das regelt das „Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen“ (MDK-Reformgesetz). Damit sollen die Medizinischen Dienste organisatorisch von den Krankenkassen gelöst und so unabhängiger werden.

Teilen Sie hier im Forum Ihre Meinung zu dieser Änderung mit Ihren Kollegen: MDK-Reformgesetz: Was erwarten Sie von dieser Neuerung?

Notfalldatenmanagement

Neu im kommenden Jahr ist das Notfalldatenmanagement (NFDM). Dabei können Ärzte in einem medizinischen Notfall wichtige notfallrelevante Informationen direkt von der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abrufen, wie etwa Informationen zu Diagnosen oder Medikationen. Bevor ein Arzt künftig einen Notfalldatensatz erstellt, muss er prüfen, ob die Anlage medizinisch notwendig ist, den Patienten darüber aufklären und seine Einwilligung einholen. Der Arzt signiert mittels QES den Datensatz elektronisch und speichert ihn auf der eGK.

Zahnersatz: Festzuschussbeträge 2020

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat mit Wirkung zum 1. Januar 2020 eine Anpassung der Festzuschussbeträge zum Zahnersatz beschlossen. Die Beträge gelten für alle Heil- und Kostenpläne, die ab diesem Datum ausgestellt werden. Eine aktuelle Abrechnungshilfe bietet die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hier an. 2,3

Für Zahnarzt-Patienten, die ihr Bonusheft pflegen, erhöht sich ab Oktober 2020 der Festzuschuss für Zahnersatz. Im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes steigt der Zuschuss der Krankenkasse dann von 50 auf 60 Prozent. Wer mit dem Bonusheft nachweisen kann, regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt wahrgenommen zu haben, kann künftig bis zu 75 statt bisher 70 Prozent Zuschuss erhalten.

Weitere Änderungen ab Januar 2020 erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags.

Im dritten Teil des Beitrags erfahren Sie mehr über Änderungen im EBM.

1. KBV, Praxisnachrichten: Darmkrebsfrüherkennung

2. KZBV: Festzuschussbeträge 2020

3. Finanzen.de: Zuschuss der Krankenkasse bei Zahnersatz steigt im Oktober 2020

Titelbild: © GettyImages/graphicnoi

Weitere Bilder: © GettyImages/romaset, peterschreiber.media, vm, baona

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