11. Januar 2019

Neuerungen 2019: Das ändert sich für Ärzte

Das neue Jahr bringt einige Änderungen im Bereich Gesundheit und Pflege mit sich, die für Ärzte in Praxis und Klinik relevant sein können. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl wichtiger Neuregelungen vor.

Lesedauer: 3 Minuten

Die folgenden Informationen basieren auf einer Übersicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).1 Redaktion: Dr. Nina Mörsch.

Orientierungswert um 1,58 Prozent gestiegen

Der Orientierungswert wurde zum 1. Januar auf 10,8226 Cent angehoben (bisher: 10,6543 Cent). Damit steigt die Vergütung für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen um rund 1,58 Prozent. Das bedeutet etwa 550 Millionen Euro mehr für die Versorgung gesetzlich krankenversicherter Patienten.

Samstagszuschlag auch für Radiologen und Strahlentherapeuten

Auch Radiologen und Strahlentherapeuten erhalten ab Januar einen Zuschlag, wenn sie an Samstagen zwischen 7 und 14 Uhr Patienten behandeln. Bisher können Fachärzte für diagnostische Radiologie und Fachärzte für Strahlentherapie an Samstagen nur ihre Behandlungsleistungen abrechnen, nicht aber den Samstagszuschlag wie andere Ärzte und Psychotherapeuten.

Sie erhalten nun auch den Zuschlag nach der Gebührenordnungsposition 01102. Der Zuschlag für die Inanspruchnahme eines Vertragsarztes beziehungsweise Vertragspsychotherapeuten am Samstag ist mit 101 Punkten bewertet (10,76 Euro).

Stoßwellentherapie: Ambulante Behandlung möglich

Patienten mit Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris können ab sofort mit der extrakorporalen Stoßwellentherapie ambulant behandelt werden. Zur Abrechnung der Behandlungsmethode wird seit 1. Januar die Gebührenordnungsposition (GOP) 30440 neu in den EBM aufgenommen. Sie ist mit 247 Punkten (26,73 Euro) bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Nach dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses dürfen nur Fachärzte für Orthopädie, Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin die Behandlung durchführen. Die neue GOP 30440 kann dabei pro Krankheitsepisode für jeden betroffenen Fuß bis zu dreimal abgerechnet werden – in maximal zwei aufeinanderfolgenden Quartalen.

Neue Leistung zur Untersuchung von Lungenkrebs-Patienten

Für genetische Untersuchungsleistungen im EBM hat der Bewertungsausschuss einige Neuerungen beschlossen. Konkret geht es um den spezifischen Mutationsnachweis unter Verwendung zirkulierender Tumor-DNA bei Anwendung des Wirkstoffs Osimertinib (Tagrisso®) bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom.

Der Nachweis kann bei fehlender Gewebeprobe auch anhand einer Flüssigbiopsie erfolgen. Für diese Leistung wird zum 1. Januar die GOP 19461 in den EBM-Abschnitt 19.4.4 eingeführt. Sie ist mit 3934 Punkten (425,76 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Ärzte können die GOP 19461 bis zu zweimal im Krankheitsfall berechnen, wenn ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom histologisch nachgewiesen ist, aber nicht mehr genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder nicht gewonnen werden kann.

Mehr Geld für Sozialpsychiatrie

Die teamübergreifende sozialpsychiatrische Behandlung von Kindern und Jugendlichen (Sozialpsychiatrie-Pauschale) wird ab 1. Januar 2019 von bisher 163 Euro auf 186 Euro je Behandlungsfall angehoben. Dies entspricht einer Steigerung um 14,1 Prozent. Nach der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung sollen dem Praxisteam mindestens ein Heilpädagoge und ein Sozialarbeiter beziehungsweise eine entsprechende Zahl von Mitarbeitern mit jeweils vergleichbaren Qualifikationen angehören.

Zudem müssen sie für den Bedarfsfall die Kooperation mit psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Sprach-, Ergo- und Physiotherapeuten nachweisen.

Knochendichtemessung wird besser honoriert

Für osteodensitometrische Untersuchungen steigt die Vergütung von rund 17 auf 29 Euro. Die Bewertung der osteodensitometrischen Untersuchung I und II im EBM wird entsprechend angepasst: Die Punktzahl der Gebührenordnungspositionen (GOP) 34600 und 34601 wird zum 1. Januar von 161 Punkte auf 268 Punkte angehoben. Zur Finanzierung der Höherbewertung der GOP 34600 wird die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) entsprechend erhöht. Die Honorierung der GOP 34601 erfolgt schon jetzt extrabudgetär.

Bauchaorten- und Uro-Genital-Screening am selben Tag berechnungsfähig

Vertragsärzte dürfen ab Januar am selben Behandlungstag das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen und eine Uro‐Genital‐Sonographie durchführen und abrechnen. Dadurch müssen Patienten nicht an zwei Tagen in die Praxis einbestellt werden. Das Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen kann seit Anfang 2018 über den EBM abgerechnet werden. So haben gesetzlich versicherte Männer ab 65 Jahren einmal im Leben Anspruch auf ein Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen. Das Screening dürfen Hausärzte, Urologen, Internisten, Chirurgen und Radiologen durchführen.

ICD-10-GM: Version für 2019 veröffentlicht

Die Grundlage für die Kodierung der Behandlungsdiagnosen in der vertragsärztlichen Versorgung ist aktualisiert worden. Die aktuell gültige Version 2019 der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme 10. Revision – German Modification (ICD-10-GM) trat zum 1. Januar in Kraft und ist in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt. Eine Übersicht wichtiger Änderungen der Version 2019 bietet die KBV hier zum Herunterladen an.

Erfahren Sie im zweiten Teil des Beitrags weitere wichtige Neuerungen, die für Sie relevant sein können.

1. Kassenärztliche Bundesvereiniung, 10.01.2018: Im Überblick: Neuerungen und Änderungen 2019

Titelbild: © iStock.com/Natali_Mis

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