01. Oktober 2019

Für Praxisärzte

4 Neuerungen ab 1. Oktober

Auch der Oktober bringt neue Regelungen mit sich, die für niedergelassene Ärzte relevant sein können. Wir haben für Sie auf Basis von Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vier Änderungen zusammengestellt. 1,2

Lesedauer: 3 Minuten

Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Geschlechtsangabe auf Formularen ändert sich

Seit 1. Oktober fehlen auf dem Überweisungsschein (Muster 6) sowie auf den Laboranforderungsscheinen Muster 10, 10A und 10L die beiden Ankreuzfelder für „männlich“ oder „weiblich“. Stattdessen tragen Ärzte in einem Textfeld eines der folgenden Kürzel für die jeweilige Geschlechtsform ein: W für weiblich, M für männlich, D für divers oder X für unbestimmt. Alte Formulare können noch aufgebraucht werden, Ärzte müssen allerdings auch hier das entsprechende Kürzel in das rechte der beiden Kästchen angeben.

Ausfüllhinweise für Abrechnungs- und Notfallscheine: Für das Muster 5 „Abrechnungsschein“ und das Muster 19 „Notfall-/ Vertretungsschein“ werden aktuell keine neuen Druckfassungen erstellt. Die Angabe des Geschlechts muss aber trotzdem nach den gesetzlichen Regelungen erfolgen. Deshalb müssen Ärzte auch hier ab Oktober eines der Kürzel M, W, D oder X in das rechte der beiden Ankreuzfelder eintragen.

Unfallversicherung: 3 Prozent mehr Honorar

In der gesetzlichen Unfallversicherung werden die Gebühren des Leistungs- und Gebührenverzeichnisses UV-GOÄ zum 1. Oktober um drei Prozent erhöht. Diese Anpassung kommt allen Ärzten zugute, die für die Unfallversicherung tätig sind. Für die Behandlungen, die ab diesem Datum erfolgen, können somit gegenüber den Unfallversicherungsträgern höhere Beträge abgerechnet werden. Zunächst waren die Gebührensätze ab 1. Oktober 2017 um acht Prozent erhöht worden. Danach folgen nun drei Stufen mit einer Erhöhung von je drei Prozent –  jeweils zum 1. Oktober 2018, 2019 und 2020. Insgesamt bedeutet dies eine Steigerung von 18 Prozent. Einen entsprechenden Beschluss hatte die Gebührenkommission im August 2017 gefasst.

Gutachtergebühren und Schreibgebühren sind von der linearen Erhöhung ausgenommen.

Netzhauterkrankungen: Optische Kohärenztomographie wird Kassenleistung

Augenärzte können ab sofort die optische Kohärenztomographie über den EBM abrechnen. Anspruch auf die neue Kassenleistung haben Patienten mit einer neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration oder einem Makulaödem infolge einer diabetischen Retinopathie, so der G-BA-Beschluss von Ende 2018. Für die Abrechnung wurden folgende vier neue Gebührenordnungspositionen beschlossen:

  • Die OCT kann außerdem zur Therapiesteuerung bei den genannten Indikationen eingesetzt werden. Augenärzte rechnen hier die GOP 06338 beim rechten und die GOP 06339 beim linken Auge ab. Auch sie sind mit je 399 Punkten (43,18 Euro) bewertet.

    Die beiden GOP zur Therapiesteuerung können neben den bereits im EBM stehenden Begleitleistungen GOP 06334 (rechtes Auge) und 06335 (linkes Auge) der intravitrealen Medikamentengabe (IVM) berechnet werden. Dies ist bis zu sechs Mal im Krankheitsfall möglich.

    Allerdings besteht folgende Einschränkung: Die neuen GOP 06338 und 06339 können im Zeitraum von drei Wochen nach der IVM nicht berechnet werden. Augenärzte müssen das Datum der letzten IVM bei ihrer Abrechnung angeben. Zudem sind die GOP 06338 und 06339 im Zeitraum von 26 Tagen jeweils einmal berechnungsfähig.

  • Zur Diagnostik am rechten Auge rechnen Augenärzte die GOP 06336 ab, am linken Auge die GOP 06337. Beide Leistungen können einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden und sind mit jeweils 399 Punkten (43,18 Euro) bewertet.

EBM: Neue Marker für Präeklampsie und Ovarialkarzinom

Zur Diagnostik einer Präeklampsie in der Schwangerschaft werden zum 1. Oktober zwei neue Marker in den EBM aufgenommen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dann die Kosten für die Bestimmung der PIGF-Konzentration und des sFlt‑1/PIGF-Quotienten.

Die neuen Präeklampsie-Marker sollen zunächst für zwei Jahre extrabudgetär vergütet werden. Für die Messung der PIGF-Konzentration, deren Abfall eine Störung der Plazentafunktion anzeigt und die somit ein wichtiges Indiz für eine Präeklampsie darstellt, wird die Gebührenordnungsposition (GOP) 32362 (19,40 Euro) in den EBM aufgenommen. Die Bestimmung des sFlt-1/PIGF-Quotienten ermöglicht für einen Zeitraum von vier Wochen den Ausschluss einer fraglichen Präeklampsie mit hoher Wahrscheinlichkeit. Hierfür sind zwei getrennte Analysen notwendig. Die Ärzte können diese mit der GOP 32363 (62,25 Euro) abrechnen. Die beiden GOP 32362 und 32363 sind höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig, allerdings nicht nebeneinander an einem Behandlungstag.

    • Es muss eine fetale Wachstumsstörung oder ein neu auftretender oder bestehender Hypertonus bei der Mutter vorliegen.
    • Die Untersuchung kann auch indiziert sein, bei weiteren organischen oder labordiagnostischen Untersuchungsbefunden, die mit einer Präeklampsie assoziiert sind und keiner anderen Ursache zugeordnet werden können, oder einem auffälligen dopplersonografischen Befund.

Tumormarker HE 4: Der Tumormarker HE 4 wurde ebenfalls in den EBM aufgenommen. Er hat bei der Primär- und Rezidivdiagnostik eines Ovarialkarzinoms vergleichbare Eigenschaften wie der bisher unter der GOP 32390 aufgeführte Marker CA 125. Die Abrechnung erfolgt über die Ziffer 32390 (10,60 Euro).

1. KBV, 26.09.2019: Praxisnachrichten vom 26.09.2019

2. KBV, 05.09.2019: Neue Marker für Präeklampsie und Ovarialkarzinom im EBM

Bild: © GettyImages/tzahiV

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