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17. Okt. 2022

Leistungsbezeichnungen in der GOÄ-Rechnung

In Arztrechnungen werden die Leistungsbezeichnungen zu den Ziffern üblicherweise in Kurzform angeführt. Was ist dabei erlaubt?

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Leistungsabrechnung Arzt

Dieser Beitrag wird vertreten von der Redaktion des Ärzteportals www.der-niedergelassene-arzt.de | redaktionelle Bearbeitung: Marie Fahrenhold

Würde man die Leistungsbezeichnungen so in die Rechnung nehmen, wie sie in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) angeführt sind, würde das nicht nur die Rechnung wegen der oft ellenlangen Texte unübersichtlich machen. In vielen Leistungslegenden sind verschiedenartige Leistungen zusammengefasst, häufig auch noch mit „und/oder“ oder „gegebenenfalls einschließlich“ o.ä. verknüpft. Bei Wiedergabe des vollen Legendentextes könnte die Patientin oder der Patient oft gar nicht erkennen, was denn eigentlich gemacht wurde.

Die Leistungslegenden für die Rechnungsstellung zu verändern ist deshalb sinnvoll und auch ausdrücklich erlaubt. In der amtlichen Begründung zur GOÄ von 1982 heißt es: „Statt der vollen Leistungsbezeichnungen können auch Kurzbezeichnungen angegeben werden, wenn diese aus sich heraus verständlich sind und den Leistungsumfang umfassend beschreiben.“

Damit ist auch erkennbar, wo die Grenzen des Erlaubten liegen: Der eigentliche Inhalt der GOÄ-Leistungslegende muss erkennbar bleiben, er darf durch die Kurzbezeichnung nicht missverständlich oder gar entstellend wiedergegeben werden. Auch dürfen vom § 12 der GOÄ geforderte Inhalte der Arztrechnung nicht unterschlagen werden.

Mindestzeiten angeben

Das betrifft insbesondere die Angabe von Mindestzeiten, sofern die Leistung eine solche verlangt. Dabei zählt nicht nur, wenn die Mindestzeit direkt in der Leistungslegende angegeben wird (z. B. bei Nr. 34, „Dauer mindestens 20 Minuten“), sondern auch, wenn die Mindestzeit in einer Zusatz­angabe zu der Leistung steht (z. B. bei Nr. 3 GOÄ, „Die Leistung nach Nr. 3 (Dauer mindestens 10 Minuten) ...“). Es heißt in § 12 Abs. 2 Nr. 2 GOÄ nämlich „einschließlich einer in der Leistungsbeschreibung gegebenenfalls genannten Mindestdauer“, nicht „in der Leistungslegende“.

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Nicht sinnentstellend kürzen

Bei der Fassung des Kurztexts selbst besteht somit ein Ermessenspielraum, der aber nur so genutzt werden darf, dass die Transparenz der Rechnungsstellung gewahrt bleibt. Wer allzu „großzügig“ Leistungsbeschreibungen in der Rechnung verändert, kann sich dem Verdacht der Falschabrechnung aussetzen, möglicherweise könnte ihr bzw. ihm auch Betrugsabsicht unterstellt werden. Einige, bekannt „pingelige“ Kostenträger fordern dann zumindest eine Erläuterung.

Beispiele unumstritten zulässiger Kurztexte in der Rechnung sind:

  • Nr. 1 – Beratung
  • Nr. 3 – Beratung, mindestens 10 Minuten
  • Nr. 7 – Untersuchung Organsystem
  • Nr. 60 – Konsil
  • Nr. 659 – Langzeit-EKG, mindestens 18 Stunden

Weitere Praxisbeispiele

Was Sie in der Privatabrechnung angeben können, wenn die Leistungslegende mehrere verschiedenartige Leistungen zusammenfasst inklusive Praxisbeispiele, können Sie in der vollen Beitragsversion lesen unter www.der-niedergelassene-arzt.de/praxis/abrechnung.

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