10. Mai 2019

Teil 2: Tipps an den Nachwuchs und das frühere Ich

Im zweiten Teil des Beitrags erfahren Sie, was Ihre Kollegen jungen Medizinstudenten raten, um letztlich ein guter Arzt zu werden. Außerdem lesen Sie, welche Ratschläge Ihre Kollegen gerne zu Beginn der eigenen Karriere erhalten hätten.

Lesedauer: 2 Minuten

Tipps an Studierende: Neugier und praktische Erfahrung

Praktische Erfahrung unabdingbar: Praxisinhaberin „lightfull“ rät dazu, nach dem Abitur unbedingt praktische Erfahrung im Krankenhaus oder Rettungsdienst zu sammeln und so zu überprüfen, ob man die richtige „Mischung“ aus Empathie, Fleiß, Teamfähigkeit, sozialer Kompetenz und seelischer Reife mitbringt. Außerdem muss der Wunsch bestehen, jeden Tag menschlich und fachlich zu wachsen.

Helfersyndrom abstellen: Diabetologe „barabasch“ rät vor Beginn des Studiums unbedingt dazu, sein Helfersyndrom abzustellen und ein Praktikum in einem Pflegeberuf zu absolvieren, um danach so viel Wissen wie nur möglich aufzusaugen

Neugier als Fundament: Nach Orthopäde „helseid“ ist das wichtigste im Arztberuf die Neugier und die Befriedigung, eine zutreffende Diagnose gefunden zu haben – ihm zufolge fehlt diese Neugier jedoch den meisten jungen Absolventen.

NC als Problem: „palatina”, Vertreter der Psychologischen Psychotherapie, kritisiert, dass seit der Einführung des Numerus clausus im Medizinstudium grundsätzlich nur derjenige Arzt werden konnte, der die entsprechenden Abiturnoten vorzuweisen hatte. Dafür ist nun das Geschrei über den Ärztemangel auf dem Land groß. Würde der NC abgeschafft, könnte man genug genuin interessierten Nachwuchs ausbilden.

Nachgefragt: Stimmen vom DGIM-Kongress 2019 zum Thema „Welche Eigenschaften sollte ein guter Arzt mitbringen?”

Videodauer: 1,5 Minuten

Rückblick: Was hätten Sie gerne zu Beginn ihrer Karriere gewusst?

Selbstfürsorge und ein kritischer Blick: „annewillswissen“ aus der Arbeitsmedizin würde ihrem früheren Ich raten, medizinisches Wissen zunächst kritisch zu betrachten. Außerdem sollte man seine Arztrolle als Berater und Dienstleister sehen, denn es ist der Patient, der mit den Resultaten der Behandlung leben muss. Daneben gilt es, ausreichende Selbstfürsorge zu betreiben und freundschaftlich kooperativen Kontakt mit Kollegen zu suchen. Augenheilkundler „nekrose“ ergänzt einen Seefahrerspruch zum Thema Selbstschutz: „Eine Hand für Dich, die andere für das Schiff.“

„wolboes“ aus der Neurologie und Psychiatrie würde rückblickend jedem Studenten zu möglichst viel Praxis im Umgang mit Patienten raten. Daneben empfiehlt er einen kritischen Blick auf Studien und genügend Selbstfürsorge und eine klare innere Haltung zum Thema Tod zu entwickeln.

Der Hörsaal ist nicht die „echte” Welt: Zahnmediziner „quaknuss“ hätte gerne ehrlicher von der Uni gesagt bekommen, dass er sich darauf einstellen soll, dass die Welt da draußen eine andere ist als im Hörsaal, mit gänzlich neuen Herausforderungen. Internist „ordi92“ hätte gerne vor der Eröffnung der eigenen Praxis eine Einführung in die Kommunikation mit Patienten und eine wirtschaftliche Ausbildung genossen.

1. coliquio-Diskussion: „Wer sollte Arzt werden und warum?”, 06.04.2019.
2. coliquio-Diskussion: „Rückblick als erfahrener Arzt: Was hätten Sie gerne zu Beginn Ihrer Karriere gewusst?”, 06.07.2017.

Video: Mit freundlicher Genehmigung der Artothek Wiesbaden, Claudia Pöschmann. Künstler: Wulf Winckelmann.

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