03. November 2021

Umstellung auf eAU nur in den wenigsten Praxen bereits vollzogen

Die eAU ist zum 1. Oktober gestartet. Da aber die technischen Voraussetzungen noch nicht überall geschaffen werden konnten, wurde eine Übergangsregelung vereinbart. Eine Umfrage bestätigt die Probleme zum Start der eAU.

Lesedauer: 1,5 Minuten

Redaktion: Sebastian Schmidt

KBV fordert Aufschub von eAU und eRezept 1

Die Einführung des elektronischen Rezepts (eRezept) und der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) muss aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) verschoben werden. Die ersten Erfahrungen aus Tests zeigten, dass es nicht zum Jahresanfang funktionieren werde, so KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Er forderte einen Aufschub bis mindestens 1. Juli 2022.

In den Praxen werde es ansonsten „in vielen Fällen zu Problemen führen, manchmal sogar zu Chaos, weil nicht alle der vielen technischen Komponenten und organisatorischen Anpassungen ausreichend getestet“ seien, kritisierte Kriedel in einem Video-Interview.

Kriedel stellte zugleich klar, dass die KBV zur Digitalisierung stehe. „Wenn wir den Begriff Moratorium verwenden, dann dafür, dass wir der Auffassung sind, die Termine müssen verschoben werden, weil die Produkte nicht ausgereift sind.“ Das werde manchmal in der Politik und von manchen Beteiligten falsch verstanden, „als ob wir einen Stopp der Digitalisierung fordern“, betonte Kriedel. „Wir wollen nur diese unausgereiften Produkte nicht zum 1. Januar einführen, sondern später, wenn sie funktionieren.“

Bei der eAU sei es mit den Bundesmantelvertragspartnern zwar gelungen, die Einführung vom 1. Oktober dieses Jahres auf den 1. Januar 2022 zu verschieben. Allerdings sei er skeptisch, dass es zum Jahresanfang klappen würde.

Umfrage bestätigt Probleme zum Start der eAU 2

Umfrage zur Einführung der eAU. © Deutsches Arztportal

Beim Start der eAU gibt es noch Probleme. In einer Umfrage des DeutschenArztPortals gaben lediglich 9 % der teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte (N = 494) an, dass die technischen Voraussetzungen in ihrer Praxis erfüllt seien und die Übermittlung funktioniere. In 29 % der Praxen sind die technischen Voraussetzungen zwar erfüllt, es gibt aber noch Probleme bei der Übermittlung. Noch nicht mit der Umstellung beschäftigt haben sich 22 % der Teilnehmer; 40 % der teilnehmenden Medizinerinnen und Mediziner bereiten die Umstellung gerade vor.

Bildquelle: © Getty Images / Chinnapong

  1. KBV Praxisnachrichten: KBV fordert Aufschub von eAU und eRezept bis mindestens 1. Juli 2022; 28.10.2021.
  2. Arztumfrage im Praxis-Newsletter des DeutschenArztPortals vom 19.10.2021 bis 25.10.2021.

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