03. Januar 2020

EBM: Detailänderungen zum 1. Januar

Der Bewertungsausschuss hat zum Jahresende eine ganze Reihe von Detailänderungen im EBM beschlossen, die zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Ein Überblick. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Brustkrebs: Medikament Lynparza wird Kassenleistung

Zum 1. Januar wird die neue Gebührenordnungsposition 11601 in den EBM aufgenommen. Damit wird der Nachweis oder Ausschluss einer Mutation in der Keimbahn in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 vor einer Verordnung des Arzneimittels Lynparza vergütet. 2

Die neue Gebührenordnungsposition (GOP) ist nur berechnungsfähig, sofern die Indikationskriterien des hereditären Mamma- und Ovarialkarzinoms nach der GOP 11440 gemäß der Qualitätssicherungs-Vereinbarung Molekulargenetik nicht erfüllt sind.

  • Die neue GOP 11601 ist eine Pauschale. Diese enthält die genetische Analyse der Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 sowie die Beurteilung nach der GOP 11302 (Zuschlag für Gemeinkosten und die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung und Befundung komplexer genetischer Analysen im individuellen klinischen Kontext bei seltenen Erkrankungen).

    Fachärzte für Humangenetik, Fachärzte für Laboratoriumsmedizin und Vertragsärzte mit der Zusatzbezeichnung medizinische Genetik dürfen die GOP 11601 abrechnen. Die Leistung ist mit 20.570 Punkten (2260,05 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Die GOP 11601 bezieht sich nur auf die Untersuchung in der Keimbahn vor einer Behandlung mit Olaparib. Wird eine Mutation im Tumorgewebe untersucht, erfolgt die Abrechnung über die GOP 19456.

Für die Vergütung der ärztlichen Leistungen und des kostenintensiven Tests wurden mehrere neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen.

Erweitertes Neugeborenen-Screening

Eine Änderung betrifft das Erweiterte Neugeborenen-Screening – Gebührenordnungsposition (GOP) 01707. Es kann zukünftig gemäß der Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses bis zur U3 durchgeführt und abgerechnet werden, sofern die Durchführung noch nicht im Kinderuntersuchungsheft dokumentiert ist. Bislang konnte die GOP 01707 entgegen den Regelungen der Kinder-Richtlinie nur bis zum vollendeten zehnten Lebenstag berechnet werden.

Optische Kohärenztomographie

Die optische Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung bei Netzhauterkrankungen ist seit Oktober 2019 Kassenleistung. KBV und GKV-Spitzenverband hatten im September die Vergütung festgelegt und für die Abrechnung vier neue GOP in den EBM aufgenommen.

Diesbezüglich gibt es nun eine ergänzende Regelung: Die OCT zur Therapiesteuerung (GOP 06338 und GOP 06339) kann ab Januar am Operationstag neben den GOP zur intravitrealen Medikamenteneingabe berechnet werden (GOP 31371 beziehungsweise 31372, 31373 sowie GOP 36371 beziehungsweise 36372 und 36373). Das war bisher ausgeschlossen.

GOP 13360 auch für Schwerpunktinternisten

Fachärzte für Innere Medizin mit einem Schwerpunkt und der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft DDG“ können ab dem kommenden Jahr die GOP 13360 berechnen (Anleitung zur Selbstanwendung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung).

Dazu wurde im Abschnitt 13.3.2 klargestellt, dass nicht nur die Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Endokrinologie und die Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt mit den genannten Qualifikationen, sondern alle Fachärzte im Gebiet Innere Medizin gemeint sind. Das heißt, auch alle Schwerpunktinternisten können die GOP berechnen, sofern die entsprechenden Qualifikationen vorliegen. In diesem Zusammenhang wird die GOP 13360 auch in die Nummer 3 der Präambel 13.1 des EBM aufgenommen.

Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom

Anfang Oktober ist die neue Qualitätssicherungsvereinbarung zur hyperbaren Sauerstofftherapie in Kraft getreten. Sie regelt die fachlichen, apparativen, räumlichen und organisatorischen Anforderungen und ersetzt den bisherigen Anhang 5 im EBM. Dieser wurde daher jetzt, ebenso wie die Vermerke zur Übergangsregelung, gestrichen.

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