24. März 2020

Telefonische AU, Rezept und Co. – Arzthonorar und Auslagen?

In der COVID-19-Lage nimmt die Inanspruchnahme der Ärzte und ihres Praxispersonals exorbitant zu. Die Telefondrähte glühen, Patienten melden sich und bitten um ärztlichen Rückruf, verlangen Rezepte, AU- und andere Bescheinigungen. Natürlich stellt sich neben dem organisatorischen Mehraufwand auch die Frage der Vergütung.

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autor: Dieter Jentzsch, Ärztliche Verrechnungsstelle Büdingen GmbH

Für gesetzlich Versicherte Patienten gibt es dafür EBM-Ziffern. Eine Quote für die Anzahl von Videokontakten/ -sprechstunden wurde inzwischen aufgehoben. Und Ärzten dürfen die AU auch bescheinigen, wenn die Patienten gar nicht in der Praxis waren, jedenfalls für sieben Tage.

Welche Regeln gibt es dazu in der GOÄ?

Beratungen können auch telefonisch erbracht werden, das ist schon in den Leistungstexten der Ziffern 1 und 3 GOÄ beschrieben. Eine AU wird mit Ziffer 70 bezahlt.

Zu den Leistungen, die berechnet werden können, obwohl sie nicht höchstpersönlich und vollständig von Ärzten erbracht werden, gehört auch Ziffer 2 für 3,15 €. Bei derselben Inanspruchnahme der Ärzte bzw. ihrer Praxen dürfen dann keine weiteren ärztlichen Leistungen, die womöglich teurer sind, berechnet werden. Sprechen jedoch die Patienten mit den Ärzten, können regelmäßig die Beratungshonorare, z.B. Ziffer 1 oder 3 berechnet werden.

Weiter geht es mit dem Versand einer AU, eines Rezeptes oder anderer Belege an den Patienten. Das Porto für einen Brief, gegenwärtig 0,80 €, darf auf die Rechnung gesetzt werden. Auch Porti für den Versand von Unterlagen an Patienten oder auf deren Verlangen hin dürfen in der tatsächlich entstandenen Höhe als Auslagen berechnet werden (§ 10 GOÄ).

Autor: Dieter Jentzsch, Ärztliche Verrechnungsstelle Büdingen GmbH

Bildquelle: © Getty Images/YakobchukOlena

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